Oberlausitzer Erntekrone für den Bundespräsidenten und Bauernprotest
Früher erhielt sie der Gutsherr, heute wird sie dem Bundespräsidenten in Schmochtitz bei Bautzen überreicht – eine Erntekrone. Frank-Walter Steinmeier nimmt am Vormittag (11 Uhr) am Erntedankgottesdienst teil. Danach will er mit Beschäftigten der Diakonie und der Caritas ins Gespräch kommen, die in Corana-Zeiten in Alten- und Pflegeheimen besonderen Einsatz zeigen. Dazu gehört auch Schwester Sonja aus der Diakonissenanstalt Emmaus in Niesky.
Die Erntekrone für den Bundespräsidenten hat einen Durchmesser von fast einem Meter. Sie wurde gebunden von 14 Landfrauen aus Schwarzkollm, Bautzen, Melaune und Görlitz. Mehr als drei Stunden haben sie dafür gebraucht. Der Brauch hat eine lange Tradition. Die Erntekrone wurde einst dem Gutsherren gebracht – und zwar mit der letzten Erntefuhre nach dem letzten Kornschnitt.
Bauernprotest: „Politik schläft“
Der Besuch Steinmeiers wird von einem Protest von rund 50 sächsischen Landwirten begleitet. Sie wollen auf die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest aufmerksam machen und auf die wirtschaftlichen Folgen. Außerdem fordern sie von der Politik, dass dem Wolf Einhalt geboten wird. Auf Transparenten steht: „ASP tötet Landwirtschaft, der Wolf tötet Weidetiere und die Politik schläft“.