Offenbar Gegenaktion von Linken in Connewitz geplant
In Connewitz soll es nach den gestrigen Ausschreitungen nun offenbar am Dienstag Abend eine Gegenaktion geben. Die Linken haben nach den gestrigen Attacken auf den Stadtteil Connewitz auf dem Internetportal Indymedia zu einer Aktion unter dem Titel "Fight back! Rechte Strukturen zerstören" aufgerufen.
Unterdessen war die Polizei heute nach den Ausschreitungen nochmal auf der Wolfgang-Heinze-Straße unterwegs, um weitere Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen. Eigentlich sollten die Polizisten am Abend das Demogeschehen in der Innenstadt sichern.
Etwa 250 Rechtsextremisten und Hooligans waren am Abend - am Rande des Legida-Jahrestages - durch das Szeneviertel gezogen. Dabei wurden Scheiben eingeschlagen und Autos angezündet. Die Demos in der Innenstadt verliefen weitgehend ruhig.
Die Polizei ermittelt nun gegen 211 Verdächtige wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Fünf Beamte seien in Connewitz verletzt worden, sagt ein Polizeisprecher. Die teils polizeibekannten Hooligans und Rechtsextremen wurden in der Nacht eingekesselt und danach stundenlang erkennungsdienstlich behandelt. Festgenommen wurde niemand. Der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz sagt, die Verfahren würden mit der gebotenen Sorgfalt und Schnelligkeit angegangen. „Polizei und Staatsanwaltschaft haben aber die Grenzen der Belastbarkeit erreicht.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) reagiert betroffen auf die “ausufernde Gewalt„. Er hatte für Montagabend zu einer Lichterkette um den Innenstadtring aufgerufen. Betont friedlich und ohne Gewalt sollte Legida etwas entgegengesetzt werden. “Ich zähle darauf, dass der Rechtsstaat klare und deutliche Konsequenzen folgen lassen wird„, erklärt Jung. “Es gilt jetzt, ein Aufschaukeln der Situation zu verhindern.„