Organspendeskandal auch im Freistaat
Der Transplantationsskandal hat nach Göttingen, München und Regensburg jetzt auch Sachsen erreicht: Betroffen ist die Uni-Klinik Leipzig. Das gab der medizinische Vorstand des Uni-Klinikums, Prof. Wolfgang Fleig, zu. Der Direktor des Transplantations-Zentrums und zwei Oberärzte seien beurlaubt worden.
Bei Kandidaten für Leber-Transplantationen seien falsche Angaben gemacht worden, um sie auf der Warteliste nach oben zu schieben. Man habe die Patienten kranker gemacht, als sie wirklich gewesen seien, so Prof. Fleig. Im Detail geht es um Dialysen, die zwar angegeben, aber nie durchgeführt wurden.
Das genaue Motiv für die Manipulationen ist noch unklar, laut Fleig gibt es keine Bonus-Zahlungen für eine höhere Zahl an Transplantationen an die Ärzte. Hinweise auf Bestechung durch Patienten wurden bisher nicht gefunden.
Die Vorfälle aus den letzten drei Jahren wurden bei internen und externen Prüfungen aufgedeckt. Ob andere Patienten dadurch zu Schaden kamen, kann derzeit nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.