Flutschutz beschädigt - OBM von Grimma kritisiert Polizei

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Nach der Beschädigung eines Flutschutztores in Grimma verlangt der Oberbürgermeister der Stadt von der Polizei eine hartnäckige Suche nach den Tätern. Auch die gesellschaftliche Haltung zu Vandalismus müsse sich ändern, sagte Matthias Berger (parteilos) am Dienstag. Die Menschen hätten sich viel zu sehr an die alltäglichen Zerstörungen gewöhnt. Das liege seiner Meinung nach auch daran, «dass Polizei und Staatsanwaltschaft nichts mehr machen». Die Polizei veröffentlichte am Dienstag unterdessen einen Zeugenaufruf.

Er habe in seiner Zeit als Stadtchef schon unzählige Anzeigen gestellt, sagte Berger. So gut wie nie sei etwas daraus geworden, die meisten Verfahren würden eingestellt. «Ich bin es als Bürgermeister leid, wöchentlich Strafanzeigen wegen Vandalismus zu schreiben», sagte Berger. Mit der Beschädigung des Flutschutztores sei für ihn eine rote Linie überschritten.

Unbekannte Täter hatten nach Bergers Angaben vermutlich am vergangenen Wochenende das große Tor beschädigt. Es seien Teile verbogen worden. Damit sei die Funktion der gesamten 2,2 Kilometer langen Flutschutzmauer in Grimma hinfällig. Wie hoch der Schaden sei und wie lange eine Reparatur dauern werde, konnte Berger nicht sagen.

Die Polizei ermittelt nach Angaben von Sprecher Olaf Hoppe inzwischen wegen Störung von öffentlichen Betrieben. Nach seiner Darstellung hätte sich das Tor im Notfall durchaus noch schließen lassen. Dennoch müsse allen klar sein, dass an einer Hochwasserschutzanlage im Zweifel das Leben von sehr vielen Menschen hänge. Hinweise auf den oder die Täter gebe es bislang noch nicht.