Polizei trotz Demo-Verbots in Leipzig im Großeinsatz

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Trotz Demonstrationsverbots ist die Polizei in Leipzig am Samstag im Großeinsatz. An mehreren Orten in der Stadt wird der Anreiseverkehr kontrolliert. Außerdem gibt es einen weiträumigen Kontrollbereich, der sich vom Norden der Stadt bis nach Connewitz erstreckt, hieß es von der Polizei.

Die drei für Samstag geplanten linken Demos waren von der Stadt Leipzig verboten worden. Das Verwaltungsgericht stimmte dem Verbot zu, weil durch die hohe Mobilisierung in der linksautonomen Szene mit schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen zu rechnen sei.

Die Anmelder der Demonstrationen wollten gegen den Gerichtsbeschluss keine Beschwerde einlegen, hieß es auf der Plattform Indymedia.org. Sie schätzten ihre Erfolgsaussichten als sehr gering ein.

Update 13 Uhr:

Die Polizei hat bei ihrem Großeinsatz in Leipzig bis Samstagmittag keine Verstöße gegen das Demonstrationsverbot registriert. Wie uns eine Sprecherin sagte, seien keine größeren Personenbewegungen festgestellt worden. Die Beamten kontrollieren mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei und mit Kräften aus anderen Bundesländern den Anreiseverkehr.

Am Samstagmorgen kam es laut Polizei allerdings zu einem Zwischenfall im Nordosten der Stadt. 30 bis 40 Vermummte hatten dort Steine und Farbbeutel auf eine Bankfiliale sowie auf ein Mieterservicebüro geworfen. Scheiben wurden beschädigt. Zudem sei Pyrotechnik gezündet worden. Zeugen verständigten die Polizei, die allerdings keine Tatverdächtigen mehr antraf.