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Hat sich der Polizeipräsident verschätzt? Leipzigs Hbf. ist offenbar der gefährlichste in Deutschland

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Der Leipziger Hauptbahnhof ist neuen Zahlen zufolge offenbar der gefährlichste in ganz Deutschland. Über 850 Gewaltdelikte hat es hier im vergangenen Jahr gegeben. Das ist ein Anstieg um über 40 Prozent im Vergleich zu 2024 - und bedeutet damit die bundesweit unrühmliche Spitzenposition - und zwar mit Abstand vor den Hauptbahnhöfen von Dortmund (735 Gewaltdelikte) und Berlin (654). 

Verbesserung der Sicherheit war wohl eine Fehleinschätzung

Vor allem Ende letzten Jahres bzw. im zweiten Halbjahr 2025 hat es am Leipziger Hauptbahnhof offenbar besonders viele Straftaten gegeben. Noch im September hatte Polizeipräsident René Demmler von einer positiven Tendenz geschwärmt (siehe AUDIO) - und von einer Verbesserung der Sicherheit am und rings um den Hauptbahnhof. Nach den neusten Zahlen wohl eine Fehleinschätzung. Allerdings beziehen sie sich nur auf die Straftaten direkt im Gebäude.

UPDATE: Leipziger Polizei erklärt, dass es keine Fehleinschätzung war

Wie die Polizei uns am Montagvormittag mitgeteilt hat, sei die Einschätzung des Präsidenten ihrer Ansicht nach keine Fehleinschätzung gewesen. Seine Aussagen hätten sich auf das Bahnhofsumfeld (und Teile der Leipziger Innenstadt) bezogen, „für die er in der Tat eine positive Entwicklung einschätzte“. Zur Entwicklung der Kriminalität im Hauptbahnhof könne er keine Aussagen treffen. Da sei die Bundespolizei zuständig.

Für das Umfeld könne man eine richtige Einschätzung erst Ende März treffen, wenn der Freistaat seine Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 veröffentlicht. „Erst dann sind faktische Entwicklungsaussagen möglich.“ Dort sehe es aber wohl deutlich besser aus, so ein Sprecher.

Audio:

Leipzigs Polizeipräsident René Demmler hatte noch im September uns gegenüber von einer positiven Tendenz gesprochen: