Privatbahn schließt Einzelverträge mit Lokführern
Die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) hat mit ihren Mitarbeitern Einzelverträge über Lohnerhöhungen abgeschlossen. Damit reagiere das Unternehmen auf den Dauerkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), sagte ein Sprecher am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte damit einen Bericht der „Leipziger Volkszeitung“. Demnach stimmten rund 85 Prozent der Belegschaft dem Angebot zu und signalisierten, den Arbeitskampf zu beenden. Das Veolia-Tochterunternehmen MRB habe sich zu dem Schritt entschlossen, weil mit der Gewerkschaft GDL keine Verhandlungen ohne Vorbedingungen möglich seien, schreibt das Blatt. Die GDL will eine einheitliche Bezahlung aller 26 000 Lokführer in Deutschland - und zwar auf dem hohen Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB). Der dafür notwendige Rahmentarif ist bei der DB schon unter Dach und Fach. Ihre Konkurrenten - die Regionalbahnen mit insgesamt etwa 6000 Lokführern - sind nach GDL-Darstellung mehrheitlich verhandlungsbereit. Mit neun von ehemals gut 20 DB-Konkurrenten herrscht hingegen noch Funkstille. Für Samstag waren die Lokomotivführer der AKN Eisenbahn AG im Norden Deutschlands und der Berchtesgadener Land Bahn in Bayern zum Streik aufgerufen. Die Tarifverhandlungen bei der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg), die auch in der Lausitz verkehrt, waren am Donnerstag von der GDL für gescheitert erklärt worden. Auch hier drohen wieder Streiks.