Proteste gegen Flughafenausbau - Keine U-Haft für Aktivisten
Die Aktivisten, die am Wochenende am Flughafen Leipzig/Halle gegen dessen Ausbau protestiert haben, sind aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Wie es von der Staatsanwaltschaft hieß, hätten alle ihre Identität preisgegeben, deshalb müssten sie nicht in Untersuchungshaft. Es wird nun wegen Nötigung ermittelt.
54 Aktivisten hatten in der Nacht zu Samstag die Zufahrt zum Logistikzentrum von DHL blockiert - das Unternehmen erstatte laut Polizei Anzeige, weil ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sei. Mehrere Laster stauten sich vor der Einfahrt und mussten durch ein zweites Tor umgeleitet werden. Einige Maschinen konnten erst mit Verspätung abfliegen. Von der Blockade seien auch Laster mit Impfstoffen betroffen gewesen. Insgesamt verliefen die Proteste aber friedlich.
Flughafen Leipzig/Halle soll erheblich ausgebaut werden
Der Flughafen Leipzig/Halle soll erheblich ausgebaut werden. Unter anderem plant DHL die Erweiterung des Logistik-Drehkreuzes von 60 auf 100 Stellplätze. Das würde zu deutlich mehr Starts und Landungen vor allem in der Nacht führen. Der Airport ist inzwischen der zweitgrößte Frachtflughafen in Deutschland nach Frankfurt/Main.
Vor allem die erwartete Zunahme nächtlicher Flüge stößt auf Kritik. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) befürwortet zwar den Ausbau, allerdings mit Auflagen. Auch mehrere Parteien im Magdeburger Landtag haben mehr Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner des Airports gefordert.
Sachsen-Anhalt ist mit gut 18 Prozent an der Mitteldeutschen Flughafen AG beteiligt, zu der neben dem Flughafen Leipzig/Halle auch der Regionalflughafen in Dresden gehört. Haupteigner ist Sachsen. (dpa)