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    Landgericht Leipzig - Foto: (c) dpa

Prozess gegen Rechtsreferendar wegen Beteiligung an Hooligan-Krawallen: Urteil verschoben

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Im Berufungsprozess gegen einen Rechtsreferendar wegen Landfriedensbruchs hat sich das für heute erwartete Urteil verschoben. Vom Landgericht hieß es, dass die Beweisaufnahme fortgesetzt werden müsse, weil zwei Zeugen nicht zur Verhandlung erschienen sind. Es geht um die Frage, ob und wie sich der 27 Jahre alte Angeklagte im Januar 2016 an Krawallen von Neonazis und Hooligans in Connewitz beteiligt hat. (Hunderte von Neonazis und Hooligans hatten damals in dem links geprägten Viertel randaliert. 215 Verdächtige wurden ermittelt.) Der Prozess soll nun am 3. Dezember weitergehen.

Vom Amtsgericht Leipzig war der Kampfsportler vor etwa einem Jahr wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der angehende Jurist, der gegenwärtig seine Ausbildung am Landgericht Chemnitz absolviert, legte Berufung ein. Bereits der Beginn der Verhandlung am Landgericht zog sich: Zweimal meldete sich der Angeklagte krank.

Würde der Kampfsportler zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr rechtskräftig verurteilt, hätte er keine Zukunft im Staatsdienst. Ein Ausschluss aus dem öffentlichen Dienst sei auch wegen Zweifeln an der Verfassungstreue möglich, sagte ein Gerichtssprecher.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft im österreichischen Wels gegen den angehenden Juristen wegen des «Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung», wie eine Sprecherin mitteilte. Dafür könnten ihm zwischen einem und zehn Jahre Haft drohen.

Auf Facebook waren Fotos vom entblößten Oberkörper des 27-Jährigen aufgetaucht - darauf sollen Tätowierungen von Hakenkreuzen zu sehen sein. Laut Staatsanwaltschaft entstanden die Fotos bei einer Kampfsportveranstaltung am 1. Juni 2019 im oberösterreichischen Gmunden. Auch der Präsident des Oberlandesgerichts in Dresden, verantwortlich für die Zulassung von Rechtsreferendaren, hatte ihn angezeigt. (mit dpa)