Prozess um Mord an Jonathan H.: Verteidigung stellt Befangenheitsantrag gegen Kammer
Der Prozess um den Mord an Jonathan H. zieht sich in die Länge. Am heutigen zweiten Verhandlungstag hat die Verteidigung des Angeklagten Benjamin H. einen Befangenheitsantrag gegen die komplette Kammer am Landgericht Leipzig gestellt. Die Anwälte des Angeklagten halten den vorsitzenden Richter und seine Beisitzer für voreingenommen. Stein des Anstoßes ist das Geständnis, das Benjamin H. bei seiner Festnahme und in den ersten Vernehmungen ablegte. Laut Verteidigung könne dies nicht verwertet werden, weil damals kein Anwalt anwesend war. Staatsanwaltschaft und Gericht sehen das anders. Eigentlich sollten heute Polizisten gehört werden, die die Aussagen des 23-Jährigen bestätigen können. Das hat die Verteidigung nun – zumindest vorerst – verhindert. Der Befangenheitsantrag gegen die Kammer wird nun geprüft. Am Vormittag hatte die Verteidigung bereits einen Befangenheitsantrag gegen den vorsitzenden Richter gestellt, weil dieser wichtige Akten angeblich zu spät zugestellt hatte. Dieser wurde aber abgelehnt. Benjamin H. soll seinen Bekannten Jonathan H. im Herbst letzten Jahres brutal ermordet haben. Später wurden Körperteile des Opfers im Elsterflutbett gefunden.