Prozessauftakt um tödlichen Streit am Männertag in Wurzen
Nach einem tödlichen Streit am vergangenen Männertag in Wurzen hat der Prozess am Leipziger Landgericht begonnen. Ein 22-Jähriger ist wegen Totschlags angeklagt. Er soll einem 17-Jährigen ein Taschenmesser in Brust und Schulter gerammt und ihn dabei tödlich verletzt haben.
Zum Prozessauftakt gestern erklärte der Angeklagte, dass er nichts zur Sache sagen könne, weil er unter Panikattacken leide, bedroht werde, Antidepressiva bekomme und der Verhandlung nicht folgen könne. Gericht und Gutachter sehen ihn aber als verhandlungsfähig. Heute soll die Beweisaufnahme beginnen.
Das Opfer habe am Männertag 2020 selbst mit Freunden gefeiert. Auf dem Rückweg habe es sich von einer Gruppe Feiernder, die in einem Vorgarten der Rosa-Luxemburg-Straße saßen, belästigt gefühlt. Als sich der Jugendliche über den Lärm nach Mitternacht beschweren wollte, schoss der Angeklagte zunächst mit einer Schreckschusspistole in die Luft, um ihn zu vertreiben. Der 17-Jährige flüchtete zunächst, trommelte aber seine Freunde zusammen und kehrte zum Vorgarten zurück.
Daraufhin sei der Streit eskaliert, so eine Gerichtssprecherin. Der Angeklagte soll ein Taschenmesser gezückt und den Jugendlichen so schwer verletzt haben, dass er noch in der Nacht starb. Der 22-Jährige habe das Opfer nur verletzen, aber nicht töten wollen, so die Gerichtssprecherin, deshalb laute die Anklage auf Totschlag. Mit dem Stich in die Brust hatte der Angeklagte das Herz des 17-Jährigen getroffen.
Der Prozess hätte eigentlich schon Anfang Dezember vergangenen Jahres beginnen sollen. Er musste jedoch immer wieder wegen Krankheit verschoben werden.