Puppen an Brücken im Leipziger Raum - Polizei ermittelt
Eine geschmacklose Aktion beschäftigt derzeit die Polizei in Leipzig. Unbekannte haben in der Nacht zu Donnerstag zahlreiche Strohpuppen an Brücken aufgehängt - unter anderem im Stadtgebiet, an der B2, der A14 und der A38. Um 4.30 Uhr gingen die ersten Anrufe von Autofahrern ein. Mittlerweile konnte die Polizei insgesamt 30 Puppen abhängen. Es soll zu mindestens einem Auffahrunfall gekommen sein, weil Autofahrer abgelenkt wurden. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Außerdem wergen Zeugen gesucht. Auch an einige Bahnbrücken waren die Puppen gehängt worden. Kurzzeitig mussten deshalb verschiedene Bahnstrecken gesperrt werden, so die Bundespolizei. Drohung vor dem Sachsenpokal-DerbyBei den Puppen soll es sich um Strohpuppen mit Einweg-Maleranzüge handeln, diese wurden grün-weiß angemalt. Einige seien mit Schriftzügen "Ultra 54/64" versehen worden und hätten zwei Mal den Buchstaben X auf den Köpfen gehabt. Die Polizei geht davon aus, dass die geschmacklose Aktion im Zusammenhang mit dem Sachsenpokal-Derby Lok Leipzig gegen die BSG Chemie am Sonntag steht. Es soll sich um eine Drohung von Lok-Fans an Chemie-Anhänger handeln. Grün-Weiß sind die Vereinsfarben von Chemie. Zwischen beiden Stadtvereinen gibt es eine "herzliche Rivalität", so ein Polizeisprecher. Vor kurzem waren bereits einige Lok-Anhänger in den Alfred-Kunze-Sportpark, Heimspielstätte von Chemie und Austragungsort des Derbys, eingedrungen. Der BSG-Vereinsvorsitzende, Frank Kühne, hat Lok mittlerweile in Schutz genommen. Er geht nicht davon aus, dass die Aktion irgendetwas mit dem Verein zu tun hat. Es handele sich seiner Meinung nach um einen üblen Scherz einzelner Personen. Kühne hofft auf ein spannendes Derby am Sonntag, bei dem der Fußball im Vordergrund steht. Von Lok Leipzig gibt es bisher noch kein Statement. Hochsicherheitsspiel am SonntagSchon im Vorfeld hatte es immer wieder Sticheleien zwischen beiden Vereinen gegeben. Stadt, Polizei und die Vereinsführungen haben sich schon vor Tagen zusammengesetzt und ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Das sieht vor, dass sich nur die knapp 5.000 Fans, die auch ein Ticket ergattern konnten, am Sonntag dem Stadion nähern dürfen. Es wird ein Sicherheitskreis eingerichtet, der auch beide Fanlager voneinander trennen soll. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften sowie Hubschraubern und Pferdestaffel im Einsatz.Die Fanszene Lokomotive Leipzig hat einen für Sonntag geplanten Fanmarsch deshalb schon im Vorfeld abgesagt. Zudem wurde durch die Stadt Leipzig gegen 150 Personen aus der Lok-Szene ein Betretungsverbot für ein bestimmtes Gebiet rund um den Kunze-Sportpark ausgesprochen. Außerdem erteilte die BSG Chemie Hausverbote gegen einige Lok-Fans. Die Partie ist ausverkauft. Etwa 15 Prozent der Tickets ging an Lok Leipzig. Lok-Fans, die keine Karte bekommen haben, können die Partie gemeinsam beim Public Viewing im Bruno-Plache-Stadion verfolgen.