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Razzia auch in Leipzig wegen Vermittlung von Scheinehen

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Mit einem Großaufgebot geht die Polizei seit dem Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schleuser vor. Auch in Leipzig gab es zwei Durchsuchungen. Bei einem Bistro beim Gerichtsweg durchsuchten am Mittwochmorgen Bundespolizisten die Räumlichkeiten.

Hintergrund sind Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen. Diese Scheinehen sollten Menschen aus Indien und Pakistan einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen. Die Staatsanwaltschaft in Leipzig habe bereits seit dem Frühjahr 2017 in diesem Zusammenhang ermittelt. Auch z.B. in Eilenburg, Wurzen oder Zwenkau sollten Wohnungen durchsucht werden. 

Polizeioberrat Markus Pfau sagte uns, dass siebenundzwanzig Objekte durchsucht worden sind. Gegen vierunddreißig Beschuldigte wird bundesweit ermittelt. Darunter sind die drei Hauptverdächtigen, bei denen es sich um indische Staatsbürger handeln soll. Außerdem wird, laut Pfau, gegen osteuropäische Frauen ermittelt, welche als Ehefrauen in den Scheinehen fungieren, und gegen die indischen und pakistanischen Staatsbürger, die sich durch die Scheinehen eine Aufenthaltsberechtigung für Europa besorgen wollen. 

Diese Schleusungen und Scheinehen sind auch für die Bandenbosse ein lukratives Geschäft: Markus Pfau zufolge bezahlten die Ehepartner zwischen 20.000 und 25.000 Euro pro Scheinehe. Die Eheschließung erfolgte zumeist in Dänemark und Zypern. Hier in Deutschland legten die Verdächtigen bei den Behörden dann die Eheurkunde, einen Mietvertrag und eine Arbeitsstellenbestätigung vor. Viele der Dokumente sollen aber laut Bundespolizei gefälscht gewesen sein. Zum Beispiel dienten viele der heute durchsuchten Objekte als Scheinwohnungen, in denen mehr Personen als überhaupt möglich gemeldet waren. 

Seit Februar 2017 ermittelt die Bundespolizei schon verdeckt gegen die Schleuserbande, heute war der erste offene Schlag gegen die Bande.