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Sachsen gedenkt der Opfer des Busunglücks mit ökumenischer Andacht

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Sachsen erweist den Opfern des verhee­renden Busun­falls auf der A9 in Oberfranken die letzte Ehre. Bei einer Andacht bekun­deten Kirchen, Parla­ment und Regie­rung den Hinter­blie­benen und Angehö­rigen ihre Anteil­nahme. Dresden/Münch­berg (dpa) - Trost in schwerer Stunde: Mehr als 200 Menschen haben mit einer ökume­ni­schen Andacht in der Dresdner Frauen­kirche der Opfer des verhee­renden Busun­glücks auf der A9 in Oberfranken gedacht. Evange­li­sche und katho­li­sche Kirche sowie der Freistaat wollten damit am Samstag ein Zeichen für Mitge­fühl, Verbun­den­heit und Gemein­schaft setzen. Für die Landes­be­hörden war Trauer­be­flag­gung angeordnet.  „Es erschüt­tert uns in Mark und Bein, wenn Menschen um uns und unter uns aus diesem lichten Leben heraus­ge­rissen werden“, sagte Landes­bi­schof Carsten Rentzing in der Predigt. Es gebe keine Antwort auf die Frage nach dem Warum. „Es bleibt das Unwäg­bare, das Unbere­chen­bare. Es bleibt das, was man gemeinhin Schicksal nennt“, sagte er. Aber: Das Mitge­fühl der vielen Menschen habe etwas „Licht­haftes“. „Die Anteil­nahme ist groß.“ Etwas zutiefst Mensch­li­ches leuchte durch diese Tragödie hindurch. Rentzing dankte auch den Rettern.  Bei dem Unfall eines Reise­busses aus der Oberlau­sitz waren am Montag 18 Menschen gestorben, unter ihnen einer der beiden Fahrer. Weitere 30 wurden teils schwer verletzt. Die meisten Insassen stammten aus Sachsen. Rentzing und Domdekan Klemens Ullmann in Vertre­tung des Dresdner Bischofs Heinrich Timme­re­vers leiteten die Andacht, zu der neben Hinter­blie­benen der tödlich Verun­glückten sowie Angehö­rigen Überle­bender auch Feuer­wehr­leute und Rettungs­kräfte aus Bayern und Polizisten gekommen waren. In der Krypta unter der Kirche hatten sich Bundes­in­nen­mi­nister Thomas de Maizière und Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich (beide CDU), Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) sowie mehrere sächsi­sche Minister, Landräte, Abgeord­nete und Bürger­meister einge­funden. Auch Dresdner zeigten sich erschüt­tert. „Als ich von dem Unfall gehört habe, hatte ich Tränen in den Augen“, sagte die 53-jährige Ina Patzsch vor der Kirche. „Das ist ganz schlimm. Nicht zufassen.“ Auch der Chef eines Dresdner Fahrdienstes war zur Frauen­kirche gekommen. „Der Busfahrer war ja praktisch ein Kollege“, sagte er. Persön­lich gekannt haber er ihn nicht. Der Bus eines Löbauer Reise­un­ter­neh­mens mit 46 Passa­gieren war auf dem Weg nach Italien nahe Münch­berg auf einen Lkw-Anhänger geprallt und sofort in Flammen aufge­gangen. 26 Sachsen und vier Branden­burger hatten das flammende Inferno verletzt überlebt. Acht Sachsen sind noch im Kranken­haus. Für die Einsatz­kräfte gibt es am 19. Juli einen ökume­ni­schen Gottes­dienst in der Stadt­kirche von Münch­berg in Bayern.