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Sachsen schiebt marokkanischen Terrorver­dächtigen ab

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Knapp zwei Monate nach seiner Festnahme in einer Flücht­lings­un­ter­kunft in Borsdorf (Landkreis Leipzig) haben die sächsi­schen Behörden einen marok­ka­ni­schen Terror­ver­däch­tigen abgeschoben. Der 24-Jährige, der einen Anschlag auf die russi­sche Botschaft in Berlin geplant haben soll, sei am Freitag­abend via Frank­furt in seine Heimat geflogen worden, teilte das Innen­mi­nis­te­rium in Dresden am Samstag mit. Er befand sich seit dem 21. April in Abschie­be­haft. Die Sicher­heits­be­hörden waren Anfang April aufgrund von Hinweisen auf den Mann aufmerksam geworden und hatten ihn in der Flücht­lings­un­ter­kunft festge­nommen. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts einer schweren staats­ge­fähr­denden Gewalttat ermit­telt. Die Staats­an­walt­schaft Dresden hielt sich aller­dings immer bedeckt zu den Ermitt­lungs­er­kennt­nissen. So wurde auch nicht mitge­teilt, ob bei dem Mann belas­tendes Material zu dem angeb­lich geplanten Anschlag gefunden wurde.Da der 24-Jährige als islamis­ti­scher Gefährder einge­stuft wurde, wurde gegen ihn gericht­lich eine Abschie­bungs­an­ord­nung erlassen. Die Abschie­bung zog sich so lange hin, weil die nötigen Papiere aus Marokko fehlten. „Im Sinne der Sicher­heit unseres Landes ist es außer­or­dent­lich wichtig, gegen mutma­ß­liche Terro­risten zielstrebig vorzu­gehen“, sagte Innen­mi­nister Markus Ulbig (CDU) am Samstag. „Die erfolg­reiche Auflö­sung des aktuellen Falles zeigt die gute Vernet­zung der betei­ligten Behörden - von der Infor­ma­ti­ons­ge­win­nung über die Festnahme bis hin zur Rückfüh­rung.“