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Sachsen und Bund wollen Sanierung von Uran-Altstandorten fortsetzen

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Bad Schlema (dpa/sn) - Sachsen und die Bundes­re­gie­rung wollen weiter gemeinsam die Sanie­rung von Altstand­orten des Uranberg­baus über das Jahr 2022 hinaus finan­zieren. Bereits vor der Bundes­tags­wahl sollen die Gespräche über ein Nachfol­ge­ab­kommen beginnen, sagte Thorsten Herdan, Abtei­lungs­leiter für Energie­po­litik im Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­rium, am Mittwoch in Bad Schlema.

Es sei eine überra­schend positive Botschaft des Tages, dass man schon jetzt in die Verhand­lungen einsteige, sagte Sachsens Wirtschafts­mi­nister Martin Dulig. „Wenn man jetzt schon das Signal geben kann, dass uns bewusst ist, dass es eine Fortset­zung gibt, dann feiern wir nicht nur rückbli­ckend 15 Jahre Sanie­rung, sondern wir haben eine Perspek­tive“, sagte der SPD-Politiker.

In Bad Schlema wurden am Mittwoch 15 Jahre Sanie­rung von Altstand­orten gefeiert. 2002 hatten sich Sachsen und der Bund auf eine gemeinsam finan­zierte Sanie­rung geeinigt. Bis 2013 wurden 78 Millionen Euro inves­tiert, bis 2022 sind weitere 138 Millionen gesichert. Bund und Freistaat Sachsen teilen sich die Gesamt­kosten von 216 Millionen Euro jeweils zur Hälfte. Von 246 von 318 Projekten wurden bis 2016 an 46 Stand­orten abgeschlossen.

Für Bad Schlemas Bürger­meister Jens Müller (Freie Wähler) ist die sanierte frühere Halde ein Glücks­fall. 1,3 Millionen Euro wurden ausge­geben, um den Hang und den früheren Schle­ma­bach von den strah­lenden und sonstigen Rückständen zu befreien. Das Gelände soll als Reserve für den Kurbe­trieb zurück­ge­halten und nicht verkauft werden. Es freizu­geben, wäre eine Todsünde, betonte er.  „Wir sanieren immer im Sinne der Nachnut­zung“, erklärte Manfred Speer. Der Projekt­leiter bei der Wismut für die Altstand­orte hat dabei nicht nur touris­ti­sche Aspekte zu bedenken, sondern auch die Gefah­ren­ab­wehr. So wie beim Schacht 75 inmitten von Schnee­berg. Dieser reicht 140 Meter tief in den Boden bis zum Markus-Semmler-Stollen. Dieser Schacht muss instand­ge­setzt werden, um den Stollen zu errei­chen, durch den das Wasser aus dem Berg fließt bis zum Fluss Zwickauer Mulde. 

Bleibt der 44 Kilometer lange Stollen wie jetzt an einigen Stellen verstopft, können die Folgen verhee­rend sein. Staut sich das Wasser an, könnte es unkon­trol­liert aufbre­chen. „Wasser­ex­plo­sion“, nennt es Speer. Das gelte es zu verhin­dern.