Sachsens Parteien streiten über MP-Wahl in Thüringen
Die Thüringer Ministerpräsidentenwahl hat Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer kritisch kommentiert. Es gebe „Eigensinn und Unvernunft auf allen Seiten“. Die Thüringer CDU habe nicht akzeptiert, dass sie die Wahl verloren habe und es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben könne, kritisierte er. Dass sich Bodo Ramelow mit Unterstützung von SPD und Grüne ohne parlamentarische Mehrheit zur Wahl gestellt habe, sei ebenso falsch gewesen, meint Kretschmer.
Der sächsische FDP-Chef Frank Müller-Rosentritt hat Thomas Kemmerich gratuliert. Das Weltbild der AfD sei aber nicht mit dem der Freien Demokraten vereinbar. Aus dem Abstimmungsergebnis im Erfurter Landtag erwachse keinerlei Grundlage irgendeines politischen Entgegenkommens, sagte Müller-Rosentritt.
Die sächsische AfD sieht nach der Wahl des FDP-Politikers Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen auch Chancen für eine „bürgerliche Mehrheit“ in Sachsen. Die AfD habe in Thüringen die Abwahl des linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ermöglicht. Das zeige, dass die AfD schon in der Opposition die Politik gestalte, erklärte Partei- und Fraktionschef Jörg Urban.
Auch die konservative sächsische Werteunion in Sachsen begrüßte die Entscheidung in Thüringen. Er freue sich, sagte Landeschef Ulrich Link. Das Ergebnis zeige, dass man sich nur trauen müsse. Die FDP habe es geschafft als einziger aus dem bürgerlichen Lager, dem Mann der Linken die Stirn zu bieten.
Sachsens SPD-Chef Martin Dulig sieht im Ausgang der Wahl einen „Dammbruch“ von bundespolitischer Bedeutung. Ein Teil von CDU und FDP hätte ihre Seele verkauft, um an die Macht zu kommen, meinte Dulig in Dresden.