Sächsischer Verfassungschutzpräsident tritt zurück
Die Ermittlungspannen im Zusammenhang mit der Neonazigruppe NSU haben nun auch Konsequenzen in Sachsen. Der Präsident des Verfassungsschutzes, Reinhard Boos ist überraschend zurückgetreten.Wie Innenminister Markus Ulbig am Mittwoch im Landtag mitteilte, habe Boos um seine Versetzung zum 1. August gebeten. Er ziehe damit Konsequenzen aus einer Panne des Geheimdienstes bei der Aufklärung des Skandals um die Zwickauer Neonazi-Zelle.Ulbig sprach von einem eklatanten Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter des sächsischen Verfassungsschutzes. Nach seinen Worten sind erst jetzt Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes für Verfassungsschutz von Ende 1998 aufgetaucht.Gegen Mitarbeiter des sächsischen Verfassunsschutzes seien unverzüglich disziplinarische Schritte eingeleitet worden, so Ulbig.Damit haben nun insgesamt drei Behördenchefs des Verfassungsschutzes ihren Hut genommen: im Bund, in Thüringen und nun auch bei uns in Sachsen.