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Leipzig versinkt im Schnee

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Heftige Schneefälle sorgen seit der Nacht zum Sonntag in Leipzig für Chaos auf den Straßen. Laut Deutschem Wetterdienst fielen bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. In den nächsten Tagen soll kein neuer Schnee dazu kommen. Allerdings bleibt die weiße Pracht erhalten, denn es wird bis zum Wochenende ausgesprochen frostig. Tagsüber stiegen die Temperaturen kaum über minus sieben Grad, nachts seien zweistellige Werte unter Null zu erwarten, sagte DWD-Meteorologe Engelmann. Besonders kalt könne es in der Nacht zum Mittwoch werden. Wenn es aufklare, sei örtlich strenger Frost mit minus 20 Grad möglich.

Leipziger Winterdienst kommt an seine Grenzen

Der städtische Winterdienst ist am Montag an seine Belastungsgrenze geraten. Um die Straßen in Leipzig weiterhin zu beräumen und zu salzen wurden die Mitarbeiter der Stadtreinigung von ihren eigentlichen Jobs abgezogen. Die Hauptstraßen wurden in Doppelbesetzung geräumt, also zwei Fahrzeuge nebeneinander, um die Schneemassen in den Griff zu bekommen. Insgesamt sind weiterhin rund 30 Schneeschieber und Kehrmaschinen unterwegs.

Laut dem Betriebsleiter der Stadtreinigung, Thomas Kretzschmar, wurden zunächst der Ring und die wichtigsten Zufahrtsstraßen zur Leipziger Innenstadt beräumt und gesalzen. Das bedeute aber nicht, dass sie schneefrei seien, so Kretzschmar. Kräftiger Wind sorgte immer wieder dafür, dass die Sraßen kurze Zeit später wieder zugeschneit waren. Die Nebenstraßen könnten nur schwer von der Stadtreinigung beräumt werden, dafür stünden zu wenig Fahrzeuge und Personal bereit. Kretzschmar betonte, dass man vorbereitet gewesen sei. Die Mitarbeiter seien jedoch mittlerweile an ihrer Belastungsgrenze. 

Bus- und Bahnverkehr auch am Dienstag nur im Notbetrieb

Die Leipziger Verkehrsbetriebe mussten am Montagmorgen den Bus- und Straßenbahnverkehr komplett einstellen. Wie uns LVB-Sprecher Marc Backhaus sagte, seien an einigen Stellen Straßenbahnen entgleist. Es sei aber niemand verletzt worden. Aus Sicherheitsgründen habe man deshalb den Verkehr gestoppt. Die liegengebliebenen Fahrzeuge wurden zunächst aus dem Schnee befreit und in die Betriebshöfe gebracht. Ob Straßenbahnen beschädigt wurden, konnte Backhaus am Abend noch nicht sagen. Auch die Weichenanlagen müssen überprüft werden. 

Nachdem Schneefall und Wind im Laufe des Nachmittags nachgelassen hatten, wurde damit begonnen, die Gleise frei zu schieben. Am Abend konnte die Linie 15 nach Miltitz zumindest wieder im Notbetrieb fahren. Die ganze Nacht hindurch werde mit Hilfe des Winterdienstes weiter daran gearbeitet. Die frostigen Temperaturen könnten die Arbeiten allerdings verzögern. Auch am Dienstag sei noch kein Normalbetrieb im Bus- und Bahnverkehr möglich. Man arbeite aber an einer Notlösung, so Backhaus. Er empfahl allen LVB-Kunden, sich am Morgen über die aktuelle Situation zu informieren, bevor sie das Haus verlassen.

Auch im regionalen Zugverkehr soll es bis Dienstagabend zu Verzögerungen kommen.

Müll bleibt stehen

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung wurden alle abgezogen, um Straßen und Fußwege frei zu schippen - auch von der Müllabfuhr. Deshalb konnte am Montag kein Müll abgeholt werden. Das Gleiche gilt für den Landkreis Leipzig. Sobald sich die Lage normalisiert hat, soll die Müllabfuhr nachgeholt werden. Auch die Wertstoffhöfe und die stationäre Schadstoffannahmen bleiben geschlossen. 

Zahlreiche Unfälle - Drei Autos rutschen in den Straßengraben

Die heftigen Schneefälle über Leipzig haben für Staus auf den Straßen gesorgt. Wie uns Polizeisprecherin Dorothea Benndorf sagte, krachte es etwa 50 Mal, drei Autos rutschten in den Straßengraben, zwei Menschen wurden dabei leicht verletzt. Mehrere Fahrzeuge blieben zudem in den Schneemassen stecken. Eine 43-Jährige rutschte am Montagmorgen von der Lützner Straße und stieß gegen eine Schutzplanke. Der entstandene Schaden liegt im mittleren vierstelligen Bereich. In Dreiheide kam ein 21-Jähriger mit seinem Wagen von der Fahrbahn ab, krachte gegen ein Verkehrsschild und blieb auf dem verschneiten Feld liegen. Insgesamt hielt sich das Unfallgeschehen aber in Grenzen.

Vor allem auf den Autobahnen kam es in der Nacht und am frühen Morgen zu Unfällen, zudem sind viele LKW liegengeblieben. Auf den Autobahnen 4 und 17 sorgten querstehende Lastwagen seit den Nachtstunden für Behinderungen, wie die Polizei Dresden mitteilte. Auch auf der A72 blieben Lastwagen liegen. Zudem sorgten dort Schneeverwehungen und böiger Wind zwischen Leipzig und Chemnitz für schwierige Straßenverhältnisse und schlechte Sicht. Die Polizei rief dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren.