- Schüler protestieren gegen die Wehrpflicht auf dem Augustusplatz.
Schülerstreik gegen Wehrpflicht: „Wir haben keinen Bock für irgendwelche Reiche zu sterben!“
In Leipzig sind zahlreiche Schüler auf die Straße gegangen, um gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland zu protestieren. Der Streik ist Teil eines bundesweiten Aktionstages unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, zu dem Initiativen in über 100 Städten aufgerufen haben.
Kundgebung auf dem Augustusplatz
Der Protest begann bereits am Vormittag mit einer Kundgebung auf dem Augustusplatz. Mehrere sogenannte Zubringer-Demonstrationen aus verschiedenen Stadtteilen führten dorthin, bevor sich die Teilnehmer zu einer zentralen Versammlung trafen. Die große Huaptdemonstration startet dann ab 17 Uhr.
Die Demonstranten kritisieren insbesondere das neue Wehrdienstgesetz. Seit Anfang 2026 müssen 18-jährige Männer einen Fragebogen zur möglichen Eignung für den Militärdienst ausfüllen, was nach Ansicht vieler Aktivisten ein erster Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht sei.
Angst spielt große Rolle
Wie uns viele junge Menschen vor Ort erklärten, haben sie nicht nur keine Lust auf den Dienst, sondern auch Angst. Ein Mädchen sagte uns „Ich will nicht für die sterben.“ Gemeint war damit die Bundeswehr. Ein anderer Schüler machte unmissverständlich klar: „Wenn es zur Wehrpflicht kommt, habe ich Angst.“
Forderungen der Jugendlichen
Die Jugendlichen richten sich gegen eine stärkere Militarisierung und fordern stattdessen Investitionen in Bildung und soziale Projekte. Initiativen hinter dem Streik erklärten, die Jugend wolle „keine Wehrpflicht und keinen Krieg“. Viele Jugendliche befürchten, dass aus dem zunächst freiwilligen Wehrdienst langfristig wieder ein verpflichtender Militärdienst entstehen könnte.
Neben Leipzig fanden am selben Tag auch in vielen anderen deutschen Städten – darunter München, Nürnberg oder Bonn – ähnliche Schulstreiks statt.
