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Leipziger Schüler drehen Film über einen (fast) vergessenen DDR-Aufstand von 1965

„Yeah! Yeah! Yeah!“ So heißt ein Beatles-Film aus dem Jahr 1964. Die beiden Leipziger Schüler Richard Schmidt und Linnea Geppert haben jetzt über Beat-Musik einen Kurzfilm („Beat - Klang des Verrats“) gedreht - genauer gesagt über die Beat-Demos in Leipzig.

Ihr Opa war beim Leipziger Beat-Aufstand dabei

Auf die Idee sind sie gekommen, weil Linneas Opa damals selbst dabei war und weil es darüber bis heute keinen Film gibt. Die beiden haben sich gesagt: So darf das nicht bleiben. Sie haben unter ihren Freunden und Bekannten rumgefragt und losgelegt. 

Im Film geht es dann auch um Freunde, die aus dem Westen Aufnahmen der neuen Beat Musik bekommen. Dadurch geraten sie aber ins Visier des Staats. 14 Minuten geht der Film. 10 Tage haben sie gedreht, selbst Musik produziert und eine 14-köpfige Crew koordiniert. 

Am Samstag präsentieren sie in den Passage Kinos um 19 Uhr zum ersten Mal ihr fertiges Produkt. Auch Linneas Opa wird da sein und von damals erzählen. 130 Plätze hat der Saal und an der Abendkasse kann man noch ein paar Restkarten ergattern. Nach der Premiere soll „Beat - Klang des Verrats“ auch auf Film-Festivals laufen.


So lief die Beat-Demo damals

Die DDR-Regierung verbot 1965, Musik von den Beatles zu spielen bzw. Beat-Bands zu gründen. Dem fielen z.B. die Butlers um Klaus Renft zum Opfer, den manch einer von der Klaus Renft Combo kennt. 

Walter Ulbricht sagte zu der Musik nur: „Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, nu kopieren müssen? Ich denke, Genossen, mit der Monotonie des Je-Je-Je, und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen.“ 

Am 31. Oktober 1965 versammelten sich über 2000 Jugendliche auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig vor dem Neuen Rathaus, um für ihre Musik zu demonstrieren. Die Volkspolizei hat die Demo mit Gummiknüppeln und Wasserwerfern gnadenlos niedergeschlagen und über 200 Jugendliche festgenommen. Viele mussten danach mehrere Wochen Zwangsarbeit ableisten.

Audio:

Radio-Beitrag zum Projekt (von Daniel Neubert)