Skandal um herrenlose Grundstücke größer als angenommen
Der Skandal um den Umgang mit vermeintlich herrenlosen Grundstücken in Leipzig nimmt größere Ausmaße an, als bisher gedacht. Wie die Verwaltung heute mitteilte, hat das Rechtsamt in den meisten Fällen gar nicht nach den rechtmäßigen Eigentümern gesucht. Stattdessen wurden gesetzliche Vertreter bestellt, die die Grundstücke oftmals veräußerten – möglicherweise unter Wert. Insgesamt wiesen 667 von 754 Akten der letzten 16 Jahre Bearbeitungsmängel auf. Drei Mitarbeiter des Rechtsamtes wurden suspendiert. Ein Korruptionsverdacht bestehe aber nicht. Oberbürgermeister Burkhard Jung versprach eine lückenlose Aufklärung bis Ende 2013 und Schadenersatz für die Betroffenen. Dafür wurde eine spezielle Projektgruppe gebildet.Die Erlöse aus den Geschäften mit den vermeintlich herrenlosen Grundstücken belaufen sich auf etwa 6,2 Millionen Euro, das Geld liegt derzeit auf Verwahrkonten der Stadt. Die Zinsen von über einer Million Euro muss Leipzig noch aufbringen.