So soll das neue Wohngebiet für 4000 Leipziger aussehen
Neuer Wohnraum für etwa 4000 Leipziger: Das Berliner Architekturbüro Studio Wessendorf und das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten haben zusammen den Wettbewerb zum Bau der neuen Heiterblick-Süd-Siedlung gewonnen. Das hat die Stadt Leipzig am Dienstagnachmittag mitgeteilt. Insgesamt 51 Entwürfe seien eingereicht worden.
In einigen Jahren sollen auf der etwa 63 Hektar großen Fläche zwischen Paunsdorfer Wäldchen und A14 Reihenhäuser und verschieden hohe Wohnhäuser gebaut werden. Außerdem soll in der Mitte ein See aus Regenwasser entstehen. Alle Entwürfe (inklusive der Gewinner) würden bis Ende Januar in der Ladenpassage des Paunsdorf Centers gezeigt, heißt es. Freitags und samstags stünden zwischen 15 und 19 Uhr Ansprechpartner aus dem Stadtplanungsamt für Anfragen bereit. „Auch auf einem so genannten Touchtable können interessierte Bürger ihre Hinweise und Anregungen zum Siegerentwurf abgeben.“
Von der Jury ausgewählt worden seien die Berliner, weil sich ihr Entwurf „behutsam mit dem Landschaftsschutzgebiet auseinandersetze und insgesamt einen überzeugenden Beitrag im Spannungsfeld von klimaökologischen Freiräumen und urbanem Kontext liefere.“ Die Berliner Landschaftsarchitekten hatten zuletzt mit ihrem „Ökotopia“-Entwurf schon den Freiflächenwettbewerb am Wilhelm-Leuschner-Platz gewonnen.
Ziel sei es, noch 2027 Planungsrecht zu erwirken und ab 2028 mit der Entwicklung des Gebietes zu beginnen. Das neue Quartier solle möglichst gut an den Leipziger ÖPNV angeschlossen werden. Außerdem verfolge die Stadt keine Gewinnabsichten, heißt es. Es sei ein hoher Anteil von Sozialwohnungen geplant. Weitere Infos dazu finden Sie hier.
Die Leipziger Grünen kritisieren die Baupläne. Sie würden den beschlossenen Zielsetzungen der sogenannten Netto-Null-Versiegelung bis 2030 widersprechen. Fraktionsvorsitzender Dr. Tobias Peter: „Mit dem Plan zur Bebauung in Heiterblick-Süd sollen im Außenbereich, am Rand der Stadt über 30 ha wertvolle Landwirtschafts- und Biotopflächen bebaut und großteils versiegelt werden. Auf Flächen, die wertvoll sind für Kalt- und Frischluftentstehung, 30 ÖPNV-Minuten vom Zentrum entfernt.“
Peter schließe dabei nicht aus, „dass wir auch auf diese Flächen irgendwann angewiesen sein werden.“ Der Entwurf der Wettbewerbssieger könne dafür eine gute Grundlage sein. „Doch bevor wir diese Fläche entwickeln, müssen wir die Potentiale im Innenbereich auf versiegelten Flächen ausreizen.“ Hier wünsche man sich „mindestens ebenso viel Engagement wie bei der Entwicklung neuer Baugebiete“. Denn so könne dringend benötigter Wohnraum viel schneller entstehen.