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SPD-Chef Gabriel: Reiche sollen für neue Konjunktur­programme zahlen

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SPD-Chef Sigmar Gabriel hat seine Forde­rung nach einem gerech­teren Steuer­system erneuert. Auf der Maikund­ge­bung in Zwickau sagte der Politiker, die Reichen müssten stärker für das Gemein­wohl zur Kasse gebeten werden. Deshalb wolle seine Partei den Spitzen­steu­er­satz auf 49 Prozent erhöhen. Außerdem verlangte Gabriel eine Besteue­rung der Finanz­märkte: "Wir dürfen nicht zusehen, dass immer nur Arbeit­nehmer und die kleinen Leute die Kosten der Krise zahlen. Und die, die Milli­arden verplem­pert haben und heute wieder Milli­arden verdienen, kommen ungeschoren voran", sagte er unter dem Beifall der etwa 1.500 Kundge­bungs­teil­nehmer.Gabriel kriti­sierte das von CDU/CSU geplante Betreu­ungs­geld scharf. Es würden Anreize geschaffen, dass Familien ihre Kinder vorm Fernseher parkten. "Wie verrückt muss man sein, staat­liche Leistungen dafür zu zahlen, dass einer seine Kinder nicht in den Kinder­garten bringt und nicht damit anfängt, es möglichst früh auszu­bilden." Die für die sogenannte Herdpremie veran­schlagten zwei Milli­arden Euro sollten besser in den Ausbau von Kita-Plätzen inves­tiert werden.

Um die Wirtschafts- und Finanz­krise zu bekämpfen, verlangte der SPD-Chef ein Ende der Sparsam­keit. "Wir müssen Schluss damit machen in ganz Europa, dass wir ausschlie­ß­lich die Haushalte der Staaten zusam­men­strei­chen, sondern wir müssen auch wieder in Wachstum und Arbeit inves­tieren."

Gabriel ging damit auf Konfron­ta­tion zur Kanzlerin. Angela Merkel hatte den franzö­si­schen Präsi­dent­schafts­kan­di­daten der Sozia­listen, Francoise Hollande, wegen dessen Äußerungen über eine Neuver­hand­lung des Fiskal­paktes kriti­siert.

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Sigmar Gabriel