Geständnis bei Speichermord-Prozessauftakt: Opfer mit Sex in die Falle gelockt!
Mit der Aussicht auf SM-Sex in eine brutale Falle gelockt ...
Kevin Joey R. (20) hat eingeräumt, seinen Bekannten Daniel P. (25) am 28. Juni letzten Jahres getötet zu haben. Zum Prozessauftakt am Montag ließ er über seinen Verteidiger ein Geständnis verlesen.
Staatsanwältin Katharina Thieme hatte zuvor die gruselige Anklage vorgetragen. Der Prozessbeginn - geplant war 9 Uhr - hatte sich um etwa eine halbe Stunde verschoben, weil die Justizvollzugsbeamten noch mit einer anderen Vorführung beschäftigt waren. Angeklagt ist Mord wegen Habgier und aus Heimtücke.
Laut Angeklage sei der arbeitslose R. mit dem Opfer über einen Spalt in das riesige Speichergebäude am Lindenauer Hafen geklettert. Dort gingen sie in den Keller und P. habe sich fesseln lassen im Glauben, gemeinsam mit dem Angeklagten Sex zu haben. Dieser band ihm die Hände mit mitgebrachtem Klebeband auf den Rücken und umwickelte seinen Kopf noch mit Binden. Dann soll er ihn in ein Betonbecken mit Wasser geworfen haben. Er nahm Handy und ec-Karte des Opfers und hob damit mehrmals Geld ab - sogar noch Wochen nach dem mutmaßlichen Mord.
Der Angeklagte räumte die Tat weitestgehend ein. Er habe P. aber nicht töten, sondern ihm nur eine Lektion erteilen wollen. Laut seinem Verteidiger sei es eine „sehr komplizierte Beziehungstat zwischen dem Angeklagten und dem Opfer gewesen“. Angeblich habe ihn das Opfer mehrmals angelogen. Dabei sei es um ein Moped gegangen, für das das Opfer ihm Geld leihen wollte. Am Tattag habe er ihn zur Rede stellen wollen deswegen.
Er habe ihn zunächst „nur“ gefoltert, indem er ihm heißes Wachs auf den Rücken tropfte. Und schließlich ein Bein gestellt, so dass P. in ein Betonbecken fiel. Er habe ihn dort bis zum nächsten Tag schmoren lassen wollen. Erst bei seiner Wiederkehr mit einem weiteren Freund hätte er entdeckt, dass er tot war. Laut Staatsanwaltschaft sei das Opfer erstickt. Zwei Lost-Places-Abenteurer entdeckten ihn erst rund einen Monat später, als sie in dem Speicher auf Erkundungstour gingen.
Während sein Verteidiger das Geständnis am Montag verlas, saß der Angeklagte die ganze Zeit mit gesenktem Kopf in Richtung des Richters da. Der blonde, junge Mann trug ein schwarz-gestreiftes Hemd und hellblaue Jeans, sagte selbst kein Wort. Für den Prozess sind zwölf weitere Verhandlungstermine angesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich am 7. Oktober fallen.