Stadtrat: Erste Kulturbürgermeisterin - Haltestellenhäuschen bleiben
Erste Schritte der neuen KulturbürgermeisterinAb dem 2. Juni sitzt zum ersten Mal in der Geschichte Leipzigs eine Frau im Chefsessel des Kulturdezernats. Skadi Jennicke ist am Mittwoch im Stadtrat mit 41 von 69 gültigen Stimmen zur neuen Kulturbürgermeisterin gewählt worden. Sie folgt damit auf Michael Faber, der sich aus dem Amt verabschiedet. Nun möchte sie sich zuerst einmal in den Finanzplan einlesen und in einem Kulturbeirat, Kulturschaffende, Politiker und Verwaltung an einen Tisch holen. Außerdem gilt es, einen neuen Direktor für das Naturkundemuseum zu finden.WahlpanneBeim Zählen der Stimmen wurde ein grober Fehler gemacht, der „in meiner Amtszeit so noch nie vorgekommen ist“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung im Nachgang. Fünf Stimmen für den Kandidaten Thomas Kumbernuß von der partei „die partei“ wurden ihm fälschlicherweise zugeschrieben. Man habe nicht genau entziffern können, ob sich auf dem Stimmzettel enthalten oder für den Kandidaten gestimmt wurde. Außerdem will Jung bei der Landesdirektion prüfen lassen, ob Skadi Jennicke für sich selbst stimmen durfte.Bus- und Bahnkunden bleiben im TrockenenAufatmen bei den Kunden der Leipziger Verkehrsbetriebe. Auch im kommenden Jahr bleibt niemand im Regen stehen. Der Vertrag mit dem Betreiber der Haltestellenhäuschen JCDecaux soll übergangsweise verlängert werden. Der Interimsvertrag ist für drei Jahre geplant, dem hat der Stadtrat zugestimmt. Der Vertrag mit JCDecaux sollte dieses Jahr ausgelaufen. Damit hätte die Firma nach und nach die Haltestellenhäuschen abgebaut. Die Stadt wollte zwar neue aufstellen, zeitlich wäre das aber zu knapp gewesen. Nun hat die Verwaltung drei Jahre dafür Zeit. In der Zwischenzeit soll die Werbekonzession, die die Stadt neu vergeben will, europaweit ausgeschrieben werden. Die Firma, die den Zuschlag erhält wird aber künftig nur für die Werbung verantwortlich sein. Die Haltestellenhäuschen betreibt die Stadt dann selbst. Rechtliche Situation der Seniorenwohnanlage „Amalie“ weiterhin ungeklärtDie Bewohner der Seniorenwohnanlage „Amalie“ in Paunsdorf müssen auch weiterhin um ihre Zukunft bangen. Der Eigentümer hat keine Baugenehmigung, die Anlage liegt in einem Gewerbegebiet. Im Stadtrat sollte am Mittwoch mit einem Antrag deshalb das Bebauungsrecht geändert werden. Doch dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Nun entscheiden die Gerichte, wie es weitergeht. Der einzige Lichtblick für die Bewohner: bis ein Urteil fällt, dürften Jahre vergehen. Bis dahin duldet die Stadt, dass die Rentner weiter in der Anlage wohnen.