Streit um neuen Thomaskantor - Kulturbürgermeisterin weist Vorwürfe zurück
Im Streit um den neuen Thomaskantor hat Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Im Stadtrat betonte sie, dass alle Thomaner während des Auswahlverfahrens genügend Gelegenheit hatten sich zu den Kandidaten zu äußern. Es sei in keiner Weise zu verstehen, dass drei Monate nach Beendigung des Verfahrens solch schwere Vorwürfe erhoben würden, so Jennicke. Acht Schüler der Oberschaft des Thomanerchors hatten in einem offenen Brief dem neu gewählten Thomaskantor Andreas Reize musikalische Defizite vorgeworfen. Sie äußerten sich enttäuscht und verzweifelt über die Entscheidung.
Oberbürgermeister Burkhard Jung pflichtete Jennicke bei und betonte zudem, dass er kaum ein besseres Auswahlverfahren als dieses erlebt habe. Er sei fest davon überzeugt, dass sich die Expertenkommission für den richtigen Kandidaten entschieden habe.
Unklar ist, ob die acht Thomaner der Oberschaft, die den Brief unterschrieben haben, für die komplette 10. bis 12. Klasse des Chores gesprochen haben. Ebenso, ob es für die Jungen eine Rolle gespielt hat, dass Reize Katholik ist und aus der Schweiz kommt.
Die Thomaner hatten in ihrem Brief ebenso Geschäftsführer Emanuel Scobel vorgeworfen, Druck auszuüben. Auch dies wies Jennicke zurück. Reize soll im Sommer das Amt des Thomaskantors übernehmen. Er folgt auf Gotthold Schwarz. Der Stadtrat hatte der Personalie nach einem Auswahlverfahren zugestimmt.