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Tillich: „Leute wollen, dass Deutschland Deutschland bleibt“

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Nach dem histo­risch schlechten Wahler­gebnis der Union fordert der sächsi­sche Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich einen Kursschwenk der CDU nach rechts sowie eine schär­fere Asyl- und Einwan­de­rungs­po­litik. „Wir haben Platz gelassen rechts von der Mitte. Viele unserer Anhänger haben uns nicht mehr für wählbar gehalten“, sagte der CDU-Politiker der Funke-Medien­gruppe. Die Union dürfe ihre Stamm­wähler aber nicht vergessen, nämlich recht­schaf­fene Leute, die an Recht und Ordnung glauben. „Die Leute wollen, dass Deutsch­land Deutsch­land bleibt. Sie wollen keine Paral­lel­ge­sell­schaften und keinen Anstieg der Krimi­na­lität. Sie wollen nicht, dass religiöse oder politi­sche Ausein­an­der­set­zungen unter Flücht­lingen hier ausge­tragen werden.“Tillich sagte, die Flücht­lings­po­litik von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel sei für das starke Abschneiden der AfD bei der Bundes­tags­wahl mitver­ant­wort­lich. „Mit Sicher­heit ist das ein Grund“, sagte er. Im Jahr 2015 hatte Merkels Regie­rung toleriert, dass hundert­tau­sende Migranten weitge­hend unkon­trol­liert über den EU-Mitglied­staat Öster­reich nach Deutsch­land einge­reist sind.Das Erstarken der AfD zeigt nach Tillichs Einschät­zung, dass sich die Bürger einen starken Staat wünschten. „Und sie haben den Eindruck, dass der Staat nicht in der Lage ist, das Asylrecht konse­quent genug umzusetzen. Bei den Abschie­bungen gibt es erheb­liche Defizite. Da helfen auch keine Schuld­zu­wei­sungen zwischen Bund und Ländern.“Die Union war bei der Bundes­tags­wahl stärkste Kraft geworden, hatte aber nur 32,9 Prozent erreicht - ihr schwächstes Ergebnis seit 1949. CSU-Chef Horst Seehofer hatte daraufhin gefor­dert, die Union müsse ihre „rechte Flanke“ schließen. Tillich sagte dazu: „Wir müssen umschalten, da hat Seehofer recht. Ich unter­stütze seine Forde­rung nach einem Kurs "Mitte rechts".“ Die Union müsse sich fragen: Was ist wichtig für die Menschen im Land? „Die Ehe für alle war es jeden­falls nicht.“ Ein Großteil der Bevöl­ke­rung fühle sich nicht verstanden.