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Ton im Kampf um Siemens-Turbinenwerk Görlitz verschärft - IG Metall droht mit Streik

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Die IG Metall hat im Kampf gegen die Schließung des Görlitzer Turbinenwerkes und anderer Siemens-Standorte  den Ton verschärft. Die Gewerkschaft droht nun auch mit Streiks.  „Sollte der Vorstand bei seinen Plänen bleiben, werden wir mit den uns als Gewerkschaft zur Verfügung stehenden Mitteln weitermachen“, sagte Aufsichtsrat und IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner. Er schließt auch einen Arbeitskampf nicht aus.

An diesem Donnerstag werden rund 300 Görlitzer Siemenswerker nach Berlin fahren und dort gegen die Schließung des Standortes lautstark protestieren. Der Konzern versucht unterdessen zu beschwichtigen. Personalchefin Janina Kugel will, dass Ruhe einzieht. Sie nennt das Dialog. Die IG Metall will aber erst mit Siemens verhandeln, wenn sie die Schließungspläne zurücknimmt.

Die Görlitzer Siemens-Turbinenbauer haben unterdessen einen weiteren Verbündeten – die evangelische Kirche. „Wir sind betroffen und protestieren“, heißt es in einer Erklärung zur Schließung des Werkes.

„Die Aktie hat einen Wert. Der Mensch hat eine Würde“, so die Mitglieder des Kirchenparlaments. Sie sorgen sich um den Wirtschaftsstandort Görlitz. Für den Königshainer Pfarrer und Initiator Andreas Bertram ist es absurd: Das Turbinenwerk soll geschlossen werden, obwohl die Auftragsbücher voll sind. Viele Gemeindemitglieder sind im Görlitzer Turbinenwerk beschäftigt. Sie haben Familien.

Siemens hatte am vergangenen Donnerstag bekannt gegeben, seine beiden sächsischen Werke in Leipzig und Görlitz zu schließen. In Görlitz stehen 950 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Jan Otto, dem Bevollmächtigten der IG Metall in Ostsachsen