Totes Schwein auf Gelände von Moschee - Staatsschutz ermittelt
Nach der Fund eines toten Ferkels auf dem Baugelände für eine Moschee ermittelt der Staatsschutz. Es geht auch um Beleidigung der Bundeskanzlerin. Auf dem Schwein stand mit roter Farbe „Mutti Merkel“ geschrieben,teilte die Polizei am Donnerstag mit. Betroffen ist die geplante Moschee der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde im Leipziger Stadtteil Gohlis. „Aufgrund der Umstände liegt es nahe, dass es sich um eine fremden- oder ausländerfeindlichen Tat handelt“, erklärte Polizeisprecher Uwe Voigt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilte den Angriff: „Eine ganze Religionsgemeinschaft zu beleidigen, zu verunglimpfen und zu schmähen ist kleingeistig und verabscheuungswürdig.“ Die allermeisten Muslime seien, wie die allermeisten Angehörigen anderer Religionen auch, friedliche Gläubige, die in ihrer Konfession Halt und Orientierung fänden. "Symbolisch einen Menschen mit Schweinen zu vergleichen und die Kanzlerin mit dem Tod zu bedrohen ist ein weiterer Tiefpunkt und Beleg für die Verrohung des politischen Klimas", sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Mann. „Wir sind über diese Provokation durch das tote Schwein verwundert“, sagte der zuständige Iman Said Ahmad Arif. Es sei jederzeit möglich mit den Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde ins Gespräch zu kommen und Kontakt aufnehmen. „Die Moschee wird gebaut.“ Wenn es keine weiteren rechtlichen Hindernisse gebe, solle der Grundstein im Sommer diesen Jahres gelegt werden. Als Bedrohung empfand der Iman die Tat nicht, obwohl es nicht die erste Attacke war. Bereits 2013 waren nach dem Bekanntwerden der Baupläne für das islamische Gotteshaus auf dem Baugelände blutige Schweineköpfe aufgespießt worden. „Bis heute konnte dafür kein Täter ermittelt werden“, erklärte Polizeisprecher Voigt.