• Die tschechische Polizei hatte den Unglücksort weiträumig abgesperrt. © extremwetter.tv

    Die tschechische Polizei hatte den Unglücksort weiträumig abgesperrt. © extremwetter.tv

Tschechische Feuerwehr verteidigt Vorgehen nach Brandkatastrophe

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Nach der Brandkatastrophe in einem Behindertenheim im Erzgebirge hat die tschechische Feuerwehr ihr Vorgehen verteidigt. "Wir haben die deutsche Feuerwehr nicht um Amtshilfe ersucht, weil wir die Situation mit eigenen Kräften unter Kontrolle hatten", sagte Sprecher Lukas Marvan am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Bei einem Brand in einem Behindertenheim in Vejprty (Weipert) waren am Sonntag acht Menschen gestorben. Die Stadt grenzt unmittelbar an die sächsische Gemeinde Bärenstein. Einer der Verletzten befindet sich weiter im kritischen Zustand im Krankenhaus.

Dass bürokratische Hindernisse Hilfe verhindert hätten, schloss der Feuerwehrsprecher aus. Seit 2013 gebe es ein Kooperationsabkommen zwischen den Feuerwehren in der nordböhmischen Verwaltungsregion Aussig an der Elbe (Usti nad Labem) und dem sächsischen Erzgebirgskreis.

Die Straße vor dem Behindertenwohnheim sei sehr eng und der Platz begrenzt gewesen, führte Marvan weiter aus. Priorität bei dem Einsatz habe die Evakuierung der Heimbewohner gehabt. "Es war eine große Herausforderung, diese Menschen mit geistigen Behinderungen dort herauszubekommen", sagte der Sprecher. Fehlende Sprachkenntnisse seien möglicherweise eine zusätzliche Komplikation gewesen.

Die Kriminalpolizei und Experten der Feuerwehr ermitteln derzeit noch zur Brandursache. Neben der freiwilligen Feuerwehr aus Vejprty waren auch Einheiten der Berufsfeuerwehren aus dem 15 Kilometer entfernten Klasterec nad Ohri (Klösterle an der Eger) und dem 30 Kilometer entfernten Chomutov (Komotau) sowie der Werksfeuerwehr des Braunkohle-Tagebaus Nastup vor Ort. (dpa)