Tschechischer Konzern übernimmt Vattenfall-Tagebaue und Kohlekraftwerke in der Lausitz
Schweden gehen, Tschechen übernehmen: Vattenfall verkauft seine Kraftwerke und Tagebaue in der Lausitz an die EPH-Gruppe und ihren Finanzpartner PPF. Damit übernimmt ein tschechischer Konzern das zweitgrößte deutsche Braunkohlerevier. Das teilte beide Seiten heute mit. Die Tschechen verpflichten sich, auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2020 zu verzichten, die geltenden Tarifverträge einzuhalten und die Rekultivierung fortzusetzen. Sie erhalten neben den Anlagen auch Barmittel von 1,7 Milliarden Euro. Hinter der EPH-Gruppe steht der Investor Daniel Kretinsky. Wer ist der 40-jährige? Einer der reichsten Tschechen. Nach dem Jura-Studium in Brünn machte er eine steile Karriere bei einem Finanzinvestor. . 2009 gründete er die EPH-Gruppe, die innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Akteure in der mittelosteuropäischen Energiebranche avancierte.
Mit im Spiel beim Kauf der Vattenfall-Braunkohle-Sparte in der Lausitz ist der tschechische Finanzpartner PPF. Die PPF gehört Petr Kellner. Der 1964 in Böhmisch Leipa (Ceska Lipa) geborene und in Reichenberg (Liberec) aufgewachsene Kellner gehört laut einem Magazin zu den 100 reichsten Leuten der Welt. Er soll eine Boeing 737 besitzen.
Die rund 8.000 Vattenfall-Beschäftigten in der Lausitz können aufatmen. Sie haben eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2020. Die beste Lösung, so der Kommentar Rüdiger Siebers, Vorsitzender des Vattenfall-Gesamtbetriebsrates.Die Kuh sei vorerst vom Eis.