Umstrittener Wettbewerb zum Einheitsdenkmal: Schummel-Vorwürfe im Stadtrat
Die umstrittene Neubewertung der Entwürfe zum Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal hat zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch im Stadtrat geführt. Ex-Jury Mitglied Roland Quester distanzierte sich erneut vom Ergebnis. Beim bisherigen Siegerentwurf „70.000“ wären alle geforderten Verbesserungen umgesetzt worden, dass er nun auf Platz drei liegt, sei absolut unverständlich. Die Jury habe den in der Bevölkerung am ehesten akzeptierten Entwurf „Herbstgarten“ mit unfairen Mitteln an die Spitze gebracht, so Quester weiter. Kulturbürgermeister und Jury-Mitglied Michael Faber wies das vehement zurück. Die anderen beiden Beiträge hätten sich einfach besser weiterentwickelt. Im Interview mit unserem Sender verglich er den Entwurf „70.000“ mit „lustlos abgearbeiteten Hausaufgaben“.Nach der aktuellen Bewertung kommt Herbstgarten auf 422 Punkte, danach folgt „Eine Stiftung an die Zukunft“ mit 412, dann „70.000“ mit 400 Punkten. Faber bekräftigte erneut, dass noch nichts entschieden sei. In den nächsten Monaten folgen weitere wichtige Bewertungen, vorher muss der Stadtrat noch grünes Licht für die Verhandlungen mit den drei Preisträgern geben.