• Aktivisten protestieren auf einer Straße vor dem Kraftwerk Lippendorf. © Sebastian Willnow/dpa

Umweltaktivisten versperren Zufahrten zu Kraftwerk Lippendorf

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Braunkohlegegner haben am Samstag mit Sitzblockaden drei Zufahrten zum Kraftwerk Lippendorf südlich von Leipzig versperrt. Etwa 350 Aktivisten der Aktionsgruppe "Kohle erSetzen" beteiligten sich an den Blockaden, wie Koordinator Arvid Jasper mitteilte.

Mit der Aktion fordert die Gruppe, der Kohleausstieg sollte sofort und konsequent eingeleitet werden. Nach Polizeiangaben verlief sie zunächst friedlich. Zu Teilnehmerzahlen wollte sie keine Angaben machen.

Teilnehmer eines Klimacamps demonstrieren seit vorigen Samstag gegen den Abriss des Dorfes Pödelwitz in unmittelbarer Nähe des Kraftwerkes. Das 700 Jahre alte Dorf soll dem Tagebau "Vereinigtes Schleenhain" weichen, von dem aus das Braunkohleunternehmen Mibrag das Kraftwerk Lippendorf beliefert.

Die jetzigen Aktionen drehen sich aber nicht nur um Pödelwitz. Vielmehr wird der gesamte Kohleabbau in Deutschland infrage gestellt. "Klar ist, dass wir die Klimaziele nur erreichen können, wenn Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben", sagte Florian Teller vom Organisationsteam des Klimacamps. (dpa)

Update 17:30 Uhr: Nach der Blockade von vier Zufahrten zum Kraftwerk Lippendorf durch Umweltaktivisten hat die Polizei eine Sitzblockade aufgelöst. Die Demonstranten seien der mehrfachen Aufforderung nicht nachgekommen, den Bereich zu verlassen, teilte die Polizei mit. Daraufhin sei die Zufahrt geräumt worden, um einen Schichtwechsel der Mitarbeiter in dem Werk zu ermöglichen. Gegen 18 Menschen wurde Platzverweise ausgesprochen. Die Aktion sei friedlich verlaufen, betonte die Polizei. (dpa)