Unser Leipziger Badeseen-Test - Teil 5: Der Cospudener See
Der Cospudener See, kurz und liebevoll „Cossi“ genannt, gehört zu Leipzig wie das Fahrrad zur Innenstadt. Sobald die Sonne scheint, zieht es die Menschen in Scharen ans Wasser. Aber was macht den Cossi eigentlich so besonders? Und: Kann es vielleicht auch ein bisschen zu vielBeliebtheit geben?
So nah, so voll
Lukas von der dortigen Firma Freizeitabenteuer bringt es auf den Punkt: „Der Cospudener See ist der nächste von Leipzig, der ist am besten zu erreichen.“ Nur 15 bis 20 Minuten mit dem Rad, das überzeugt. Der Rundweg ist gut ausgebaut, man kann Tretboot oder SUP fahren, mit dem Fahrgastschiff über den See gleiten oder einfach am Strand entspannen.
Allerdings: Diese Nähe hat auch ihren Preis. Wer an einem heißen Sommertag spontan vorbeischauen möchte, wird schnell feststellen: Man ist nicht allein. Gerade an den Wochenenden wird es schnell voll.
Ganz neu ist zum Beispiel ein SUP-Automat am Nordstrand, den die Stadthafen Leipzig GmbH gerade in Betrieb genommen hat. Über eine App oder einen QR-Code lassen sich hier täglich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang Boards inklusive Ausrüstung für 15 Euro pro Stunde ausleihen, ganz ohne Voranmeldung. Ein modernes Angebot, das zeigt: Der Cossi entwickelt sich ständig weiter – und wird damit natürlich nicht leerer.
Ein Vierteljahrhundert Cossi
Seit 25 Jahren gibt es den Cospudener See in seiner heutigen Form. Zur Expo 2000 wurde der ehemalige Tagebau geflutet und zum Freizeitsee umgebaut. Seither hat sich einiges getan: Der Hafenbereich mit seinen Cafés und Restaurants rund um Pier 1, Sachsens größter Sandstrand im Norden, schicke Ferienwohnungen und der elf Kilometer lange Rundweg – der Cossi hat sich hübsch gemacht.
Zum Jubiläum gibt es sogar einen eigenen Gin, ein Cossi-Bier und verschiedene Veranstaltungen. Man merkt, hier wird etwas geboten.
Viel los – aber nicht überladen
Was positiv auffällt: Der See ist in Zonen gegliedert. Die Ostseite ist gut ausgebaut und bietet einiges an Infrastruktur. Die West- und Südseite stehen unter Landschaftsschutz, hier geht es ruhiger zu, man kann wandern oder den Aussichtsturm auf der Bistumshöhe besuchen. So verteilt sich der Trubel ein wenig, auch wenn die Hotspots an warmen Tagen trotzdem sehr gefragt sind.
Klar ist: Der See wurde nicht von Anfang an für so viele Menschen geplant. Manche Wege sind eng, manche Strandabschnitte schnell überfüllt. Aber insgesamt funktioniert das Miteinander überraschend gut, vielleicht auch, weil der Cossi für viele einfach ein Stück Leipzig ist.
Gute Laune, mittlere Preise
Natürlich kostet so ein Tag am Wasser auch etwas. Lukas sagt: „Ich glaube schon, dass man hier allgemein im mittleren bis höheren Preissegment ist.“ Das klingt ehrlich und ist nachvollziehbar. Gastronomie, Verleih, Events: Qualität hat ihren Preis. Trotzdem findet man hier auch einfache Snacks, Getränke oder günstige Angebote. Für jeden ist etwas dabei, man muss nur ein bisschen schauen.
Ein See mit Charakter
Der Cossi ist nicht perfekt, aber gerade das macht ihn vielleicht so sympathisch. Man merkt ihm seine Geschichte an und genau das gibt ihm seinen ganz eigenen Charme. Ob mit der Familie, mit Freunden oder allein, ein Ausflug hierher lohnt sich immer. Nur eines sollten Sie besser nicht vergessen: ein bisschen Geduld. Und vielleicht ein bisschen Platz auf dem Handtuch für andere Besucher, die ihres vergessen haben ...