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Verdi Sachsen spricht von Skandal

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Am heutigen Donnerstag will der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD das Gesetz zum flächen­de­ckenden Mindest­lohn verab­schieden. Laut Arbeits­mi­nis­terin Andrea Nahles (SPD) bekommen ab nächstem Jahr rund 3,7 Millionen Menschen den Mindest­lohn gezahlt. Es sind zahlreiche Ausnahmen vorge­sehen. Darum spricht "Verdi Sachsen" von einem Skandal. So kann an Prakti­kanten, Zeitungs-Austräger, Langzeit-Arbeits­lose oder Ernte­helfer weniger als 8,50 pro Stunde gezahlt werden. Für sie soll eine Übergangs­frist bis 2017 gelten. Laut "Verdi Sachsen" ist dies kein flächen­de­ckender Mindest­lohn. Das sagte Verdi-Sprecher Jörg Förster unserem Sender. Die SPD breche damit ein Wahlkampf­ver­spre­chen. Die schwächsten der Gesell­schaft, die sowieso schon einen schweren Stand am Arbeits­markt hätten, denen würde der Zugang zum Mindest­lohn verwehrt bzw. erschwert. Wenn zum Beispiel Ernte­hel­fern in Sachsen die Kosten für Verpfle­gung und Unter­brin­gung abgezogen würden, dann bleibe weiterhin ein Dumping­lohn, von dem man nicht leben könne, so Förster.