Vermittler des Unister-Betrugsdeals schweigt vorerst vor Gericht
Am Landgericht Leipzig muss sich seit Dienstagvormittag ein Finanzmakler aus Nordrein-Westfalen verantworten. Der 69-Jährige soll Unister-Gründer Thomas Wagner einen betrügerischen Millionen-Kredit vermittelt haben. Zum Auftakt schwieg der Angeklagte. Wie sein Anwalt Martin Habig sagte, werde er sich aber wohl später im Verfahren noch äußern. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft dem Mann vor, zwei so genannte Rip-Deals eingefädelt zu haben. Dabei werden Menschen geprellt, die sich abseits von Banken einen Kredit erhoffen. Im ersten Fall fiel dem eine Immobilienmaklerin aus Menden (NRW) zum Opfer, im zweiten Fall der Unister-Chef. Wagner hatte laut Anklage im vorigen Sommer in der Hoffnung auf einen Kredit für sein klammes Leipziger Unternehmen einem angeblichen israelischen Diamantenhändler in Venedig 1,5 Millionen Euro übergeben. Das Geld sollte als Sicherheit für ein Darlehen über 15 Millionen Euro dienen. Wagner sei allerdings ein Koffer mit Falschgeld angedreht worden. Auf der Rückreise aus Italien starb Wagner zusammen mit drei weiteren Menschen bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien. Unmittelbar danach meldete Unister Insolvenz an. Wer der angebliche israelische Diamentenhändler war, ist noch immer unklar. Die Ermittlungen dazu laufen. Hinter den Rip-Deals stecken nach Angaben der Ermittler Banden aus den Balkanländern. Der Prozess gegen den Finanzermittler wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann sind Unister-Mitarbeiter geladen, die von Wagners letztem Geschäft gewusst haben.