Versuchte Tötung? Razzia nach brutalem Angriff von Lok-Fans auf Chemie-Anhänger
29 Beschuldigte, vier Verletzte und ein Haftbefehl: Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag insgesamt 22 Wohnungen bzw. Objekte in und um Leipzig durchsucht. Hintergrund seien Ermittlungen im Zusammenhang mit einer brutalen Auseinandersetzung in der Nacht nach dem Pokalviertelfinale zwischen Chemie und Lok Leipzig.
Eine Gruppe von Lok-Fans hatte damals auf einem Tankstellengelände im Leipziger Westen eine Gruppe von Chemie-Anhängern angegriffen. „Aufgrund nachfolgender Ermittlungen gehen die Ermittlungsbehörden derzeit davon aus, dass der Angriff aus einer Gruppierung von mehr als 30 Personen heraus erfolgt ist“, heiß es von der Staatsanwaltschaft. „Durch Schläge und Tritte wurden vier der acht angegriffenen Personen verletzt.“
Einer der Schläger sei dabei offenbar völlig durchgedreht: „Soweit einer der Angreifer gegen einen Geschädigten mit massiver Gewalteinwirkung vorgegangen ist, wurde durch die Staatsanwaltschaft hinsichtlich dieses Angreifers der Anfangsverdacht eines versuchten Tötungsdelikts bejaht.“ Er habe den Tod seines Gegenüber billigend in Kauf genommen, heißt es. Der 19-Jährige wurde nun verhaftet.
Die Maßnahmen und Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchten Totschlags und Raubes würden sich gegen insgesamt 29 Beschuldigte im Alter von 19 bis 35 richten (27 männlich, 2 weiblich). Es sei eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet worden, hieß es. Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche Handy, Laptops, Tablets, Sturmhauben, Schlauchschals und sonstige mögliche Beweismittel beschlagnahmt. 24 Beschuldigte hätten auch Speichelproben abgeben müssen.