++ EIL ++

Viele Tote bei Terroran­schlägen in Brüssel

Zuletzt aktualisiert:

Bei Terror­an­schlägen in Brüssel sind am Diens­tag­morgen mindes­tens 34 Menschen getötet und etwa 230 verletzt worden. Diese Schät­zungen veröf­fent­liche das Natio­nale Krisen­zen­trum in Belgien. Am Flughafen und an einer Metro-Station waren am Diens­tag­morgen Spreng­sätze detoniert. Belgi­sche Medien berich­teten, bei der Explo­sion am Flughafen habe es sich um einen Selbst­mord­an­schlag gehan­delt. Die Behörden gehen von koordi­nierten Terror­an­schlägen aus, riefen die höchste Terror­warn­stufe aus. Die Terror­miliz Islami­scher Staat (IS) hat sich zu den Anschlägen von Brüssel bekannt.Was bisher bekannt ist:

  • Gegen 08:00 Uhr gab es Explo­sionen am Flughafen in Brüssel. Es soll sich um einen Selbst­mord­at­ten­täter handeln. Augen­zeugen berichten davon, dass vorher Schüsse fielen. Ein Mann rief demnach arabisch klingende Sätze. Eine Kalasch­nikow wurde im Terminal entdeckt.
  • Der Flugbe­trieb wurde einge­stellt, der Flughafen evaku­iert. Die Glasfront des Termi­nals wurde zerstört.
  • Eine dritte Bombe wurden im Flughafen von Brüssel entschärft.
  • An einer Metro-Station im Herzen des EU-Regie­rungs­vier­tels gab es ebenfalls eine Explo­sion, auch dort gab es zahlreiche Tote und Verletzte. Der Metro-Verkehr in Brüssel wurde einge­stellt.
  • Das Belgi­sche Krisen­zen­trum rief die Bevöl­ke­rung auf: "Bleiben Sie, wo Sie sind!"
  • Die belgi­schen Sicher­heits­be­hörden gehen von Terror­an­schlägen aus. Das Auswär­tige Amt gab einen Reise­hin­weis heraus.
  • Die Terror­miliz Islami­scher Staat hat sich zu den Terror­an­schlägen bekannt.
  • Die belgi­sche Polizei hat am Diens­tag­abend ein Fahndungs­bild eines Terror­ver­däch­tigen bei Twitter veröf­fent­licht (siehe unten)

Zwei Explo­sionen gegen 08:00 UhrAus dem Flughafen-Termin stieg Rauch auf. Zwei Explo­sionen haben sich gegen acht Uhr morgens in der Abflug­halle ereignet, wie der Flughafen der Nachrich­ten­agentur Belga bestä­tigte. Reisende wurden ins Freie gebracht, Rettungs­dienste sind vor Ort.Explo­sion in Brüsseler MetroAuch in der Metro in Brüssel in der Nähe der EU-Behörden hat es einen Anschlag gegeben. In der Station Maelbeek im Herzen des EU-Viertels hatte es gegen 09.00 Uhr eine Explo­sion gegeben. Die Brüsseler Nahver­kehrs­ge­sell­schaft Stib hat aus Sicher­heits­gründen alle Metro­sta­tionen geschlossen.Nach den Brüsseler Metro-Stationen wurden auch Auto-Tunnel in der belgi­schen Haupt­stadt gesperrt. Die Polizei habe angeordnet, den Jubel­park­tunnel sowie den Wettunnel in Richtung Zentrum zu sperren, hieß es.Vierte Explo­sion: kontrol­lierte Spren­gungBei einer vierten Explo­sion in Brüssel soll es sich um eine kontrol­lierte Spren­gung durch Experten gehan­delt haben. Das berich­tete der Rundfunk RTBF unter Berufung auf Polizei­kreise. Zuvor hatte die Nachrich­ten­agentur Belga die Explo­sion nahe der Rue de la Loi gemeldet.Katastro­phen­plan in GangDer regio­nale Katastro­phen­plan wurde in Gang gesetzt. Der Zug-Verkehr zum Flughafen ist auf Anord­nung der Polizei unter­bro­chen. Flüge nach Brüssel werden umgeleitet. In Brüssel war am Wochen­ende der Haupt­ver­däch­tige der Terror­an­schläge von Paris festge­nommen worden. Nach den Explo­sionen ist die Terror­warn­stufe in Belgien auf das höchste Niveau angehoben worden. Das teilte ein Sprecher von Innen­mi­nister Jan Jambon mit.  Die Kranken­häuser in der belgi­schen Haupt­stadt haben sich auf die Aufnahme zahlrei­cher Verletzer einge­stellt. Ein Notfall-Plan sei aktiviert worden, berich­tete die Nachrich­ten­agentur Belga. Spaniens Außen­mi­nister José Manuel García-Margallo hat die Terror­miliz Islami­scher Staat (IS) für die Explo­sionen in Brüssel verant­wort­lich gemacht. "Es handelt sich um eine koordi­nierte Aktion an verschie­denen Stellen der Stadt", sagte der Minister am Dienstag.Verstärkte Kontrollen in Frank­furtNach den Explo­sionen in Brüssel verschärft die Bundes­po­lizei ihre Kontrollen am größten deutschen Flughafen in Frank­furt. Man beobachte die Situa­tion sehr genau, sagte Sprecher Chris­tian Alten­hofen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Beamten würden sensi­bi­li­siert und die Streifen in bestimmten Berei­chen verstärkt. Nähere Einzel­heiten wolle man aus takti­schenGründen nicht nennen. Die Bundes­po­lizei überwacht die deutsche Außen­grenze am Flughafen mit rund 2500 Beamten.Bundes­jus­tiz­mi­nister Heiko Maas hat die Terror­an­schläge in Brüssel verur­teilt. "Das ist ein schwarzer Tag für Europa. Diese abscheu­li­chen Taten treffen uns alle. Wir stehen an der Seite von #Bruessel und der Belgier", schrieb der SPD-Politiker am Dienstag auf Deutsch und Englisch bei Twitter.Alarm am Flughafen LeipzigAm Leipziger Flughafen ist am Mittag der Bereich für Sicher­heits­kon­trolle für Passa­giere im Terminal B gesperrt worden. Grund war ein verdäch­tiges Gepäck­stücke, eine Spreng­vor­rich­tung wurde in dem Handge­päck­stück vermutet. Kurz nach 14.00 Uhr gab der Flughafen Entwar­nung, das Gepäck­stück war harmlos.Alarm auch ab Bahnhöfen in Dresden und MeißenDie Polizei hat am Diens­tag­mittag den Bahnhof in Meißen abgerie­gelt. Ein Anrufer hatte der Polizei gegen 12.50 Uhr einen herren­losen Koffer am Bahnsteig gemeldet. Die Beamten sperrten den Bahnhof, es fand sich aller­dings kein Gepäck­stück, sagte eine Polizei­spre­cherin. Die Polizei gab gegen 13.50 Uhr wieder Entwar­nung. Später wurde auch der Dresdner S-Bahnhof Bischofs­platz wegen eines herren­losen Koffers abgerie­gelt. Der Rollkoffer wurde mit einem spezi­ellen Wasser­ge­wehr aufge­schossen. Der Inhalt war harmlos.Sachsens Minis­ter­prä­si­dent Tillich: "Angriff auf uns alle"Sachsens Minis­ter­prä­si­dent Tillich teilte in einer schrift­li­chen Stellung­nahme mit: "Die erneuten Anschläge im Herzen Europas sind ein Angriff auf uns alle, die in Frieden und Freiheit leben wollen. Wir müssen als Europäer noch enger zusam­men­stehen und unsere Lebensart vertei­digen. Unsere Gedanken sind bei Familien und Freunden der Opfer, unsere Unter­stüt­zung gilt Belgien und allen, die jetzt unseren Beistand brauchen. Wir sind stärker als dieje­nigen, die unsere Zukunft in einem demokra­ti­schen Europa zerstören wollen."Reise-Hinweis des Auswär­tigen AmtesDas Auswär­tige Amt gab am Vormittag folgenden Hinweis für Reisende in Belgien heraus: "Reisende in Brüssel werden dringend gebeten, sich in der Stadt nur mit erhöhter Aufmerksamkeit und Wachsamkeit zu bewegen, größere Menschenansammlungen zu meiden und Weisungen der belgischen Sicherheitskräfte unbedingt zu befolgen."Keine Flüge nach BrüsselVon den Berliner Flughäfen Tegel und Schöne­feld werden voraus­sicht­lich bis auf weiteres keine Maschinen nach Brüssel starten. Letzlich sei das aber die Entschei­dung jeder Flugge­sell­schaft, sagte ein Flugha­fen­spre­cher am Dienstag in Berlin. Zuvor war  bekannt geworden, dass die belgi­sche Flugauf­sichts­be­hörde Belgo­con­trol alle Flüge mit Ziel Zaventem umleitet.Es wurde von den Behörden in Belgien eine Hotline einge­richtet für Menschen, deren Angehö­rige sich am Flughafen aufhalten: (0032) 02 506 47 11Auch das Auswärte Amt hat eine Hotline einge­richtet: 030 / 5000-3000(Redak­tio­neller Hinweis: Der Beitrag wird fortlau­fend aktua­li­siert.)