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Von Amsterdam an den Cossi: Die bewegte Geschichte der MS Cospuden

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Seit mehr als 25 Jahren gehört die MS Cospuden zum Leipziger Neuseenland. Doch die Geschichte des Fahrgastschiffs beginnt schon viel früher: 1958 gebaut, war es zunächst in Amsterdam und Hamburg unterwegs. Jetzt steht das älteste Fahrgastschiff auf dem Cospudener See vor einem neuen Kapitel – mit elektrischem Antrieb, aber möglichst viel historischem Charme.

Bevor die MS Cospuden ihre Runden auf dem Cospudener See drehte, war sie schon auf anderen Gewässern unterwegs. Gebaut wurde das Fahrgastschiff 1958. Später führte sein Weg nach Amsterdam und Hamburg, bevor es im April 2000 am Cospudener See seine neue Heimat fand. Seitdem gehört es zum touristischen Angebot im Leipziger Neuseenland und bringt Fahrgäste aufs Wasser.

Nun steht für das Schiff ein großer Einschnitt bevor: Am 1. November 2026 soll es zum letzten Mal mit seinem bisherigen Dieselmotor über den See fahren. Einen Tag später beginnen die Umbauarbeiten. Bis April 2027 soll die MS Cospuden wieder einsatzbereit sein – dann aber mit elektrischem Antrieb.

Ein Schiff mit Geschichte

Für Lukas Bennemann, Geschäftsführer der Freizeit-Abenteuer GmbH, ist die MS Cospuden mehr als ein Ausflugsschiff. Er steht selbst regelmäßig am Steuer und kennt das Schiff deshalb nicht nur aus der Perspektive des Geschäftsführers. Umso wichtiger ist ihm, dass bei der Modernisierung nicht alles Alte verschwindet.

„Wir wollen die MS Cospuden technisch in die Zukunft bringen, aber sie soll dabei trotzdem die MS Cospuden bleiben, die unsere Fahrgäste kennen und lieben“, sagt Bennemann.

Deshalb soll die Modernisierung nicht zu einem vollständigen Neuanfang werden. Gerade die Details, die von der langen Geschichte des Schiffes erzählen, möchte Bennemann erhalten. Dazu gehört beispielsweise das alte Steuerrad. „Gerade diese alten Details machen das Schiff für mich aus. Das Steuerrad gehört einfach dazu. Ich finde es schön, wenn man sieht, dass ein Schiff eine Geschichte hat – und die soll man ihm auch nach dem Umbau noch ansehen.“ Auch für die jüngsten Gäste ist das Steuer ein besonderer Ort. Kinder dürfen bei Gelegenheit selbst einmal ans Ruder. „Und da ist es immer schön zu sehen, wie die Kleinen gerade so drüber schauen können“, erzählt Bennemann.

Ein neues Kapitel für die MS Cospuden

Damit das Schiff für die kommenden Jahre gerüstet ist, wird nicht nur der Antrieb ausgetauscht. Zunächst muss die MS Cospuden dafür aus dem Wasser geholt werden. Ein eigens dafür gebauter Anhänger soll den Transport ermöglichen. Die Arbeiten finden anschließend in der Nähe des Cospudener Sees statt. Insgesamt investiert die Freizeit-Abenteuer GmbH rund 1,2 Millionen Euro in die Sanierung und technische Modernisierung. Ein großer Teil der Kosten wird durch eine Förderung des Bundes unterstützt. Den Umbau übernimmt die H&D Dienstleistungen GmbH unter der Leitung von Florian Dindinger. Der bisherige DAF-Dieselmotor mit 94 Kilowatt Leistung wird durch einen Permanentmagnet-Elektromotor mit 55 Kilowatt ersetzt. Dazu kommt eine Batterie der Lehmann Marine GmbH mit einer Kapazität von 300 Kilowattstunden. Auch die übrige technische Ausstattung wird erneuert. Für Bennemann ist das eine spannende Veränderung – schließlich kennt er das Schiff bislang vor allem mit seinem vertrauten Motor. Der Elektroantrieb soll während der Fahrt keine Abgase direkt am Schiff verursachen und außerdem deutlich leiser sein als der bisherige Diesel. „Ich freue mich natürlich, wenn es an Bord ruhiger wird. Aber ich bin auch neugierig, wie groß der Unterschied am Ende wirklich ist. Das werden wir erst merken, wenn wir wieder fahren.“ Auch die Stadt Markkleeberg unterstützt das Vorhaben. Gemeinsam soll das Schiff für die Zukunft fit gemacht werden, ohne dabei seine Vergangenheit aus den Augen zu verlieren.

Seit 2000 auf dem Cospudener See zu Hause

Wenn die MS Cospuden im Frühjahr 2027 zurückkehrt, wird sie technisch deutlich moderner sein. Ihre Geschichte reicht dann fast sieben Jahrzehnte zurück – von ihrem Bau im Jahr 1958 über die Stationen Amsterdam und Hamburg bis zu den Rundfahrten auf dem Cospudener See. Für Bennemann ist deshalb klar: Die Zukunft des Schiffes soll nicht auf Kosten seiner Vergangenheit gehen. Das alte Steuerrad soll bleiben, der vertraute Charakter ebenfalls. Nur unter der Haube wird sich einiges verändern.

Nach der letzten Fahrt mit Diesel beginnt für die MS Cospuden also eine neue Etappe. Und wenn im Frühjahr 2027 wieder die ersten Fahrgäste an Bord gehen, soll das Schiff zwar leiser und umweltfreundlicher unterwegs sein – aber immer noch unverkennbar die MS Cospuden.

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