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VW Wolfsburg verschiebt Integration der Sachsen-Werke in AG - IG Metall: Vertrauensbruch!

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Am 1. Januar 2027 sollte VW Sachsen in die Volkswagen AG integriert werden. Damit wären die drei Werke in Zwickau, Chemnitz und Dresden auch rechtlich ein ganz normaler Teil des Konzerns. Nun habe der Konzern in Wolfsburg mitgeteilt, dass der Termin nicht zu halten sei, informierte die IG Metall am frühen Montagnachmittag. Die Verschmelzung müsse auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, wird der Autobauer in Wolfsburg zitiert.

VW-Sprecher bedauert Verzögerung und spricht von Problemen bei technischer Systemintegration

Inzwischen liegt uns auch das Statement eines Sprechers aus Wolfsburg vor. Hier im Wortlaut: „Die Volkswagen Sachsen GmbH wird wie geplant vollständig in die Volkswagen AG integriert. Darauf hatten sich Unternehmen und IG Metall im Rahmen eines Überleitungstarifvertrages bereits im Jahr 2021 geeinigt. In diesem Tarifvertrag wurden sowohl die Übernahme des Haustarifvertrages II als auch die gesellschaftsrechtliche Integration der Volkswagen Sachsen GmbH vereinbart. Die Übernahme der tarifvertraglichen Regelungen der Volkswagen AG an allen sächsischen Standorten ist bereits vollzogen. Sie erfolgte sogar ein Jahr früher als geplant zum 01. Januar 2026.

Aktuell steht noch die gesellschaftsrechtliche Integration aus. Voraussetzung dafür ist eine technische Systemintegration. Durch die notwendige Umstellung zahlreicher Systeme in der Volkswagen AG kam es in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen, so dass der Prozess mehr Zeit in Anspruch nehmen wird als ursprünglich geplant. Volkswagen bedauert diese Verzögerung sehr. Wir werden auf die IG Metall zugehen, um in Gespräche einzutreten und Lösungen zu finden. Für die Beschäftigten an den sächsischen Standorten hat die Verzögerung der technischen Integration in die Systeme der Volkswagen AG keine materiellen Auswirkungen.“

Reaktionen von Betriebsrat und IG Metall

Der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto, sagte, der Vertragsbruch sei ein schwerwiegender Vertrauensbruch, mit dem der Konzern auf Konfrontationskurs mit allen VW-Beschäftigten in Sachsen geht. Er fordere gemeinsam mit den VW-Kolleginnen und -Kollegen in Zwickau, Chemnitz und Dresden die Konzernführung auf, sich an die schriftlichen Vereinbarungen zu halten.

Laut Mario Albert, dem Betriebsratsvorsitzender von VW Zwickau, sind die Kolleginnen und Kollegen „stinksauer“. Viele fragten sich, was sie dem VW-Management noch glauben könnten und was als nächstes kommt. „Die Unternehmensleitung muss jetzt rasch alles tun, um das verloren gegangene Vertrauen wiederherzustellen.“

Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, ergänzt: „Wer schriftliche Zusagen gegenüber Beschäftigten nicht einhält, schürt die Zukunftsängste im Betrieb. Damit verstärkt Volkswagen die Sorgen, hier werde nur der nächste Stellenabbau oder die Abwicklung ganzer Standorte vorbereitet.“ Das Unternehmen stehe in der Pflicht, dem mit einer verbindlichen Klarstellung entgegenzutreten.

„Die Belegschaft des Motorenwerks Chemnitz hat seit Jahren ihren Anteil an der Integration in die Volkswagen AG nicht nur erfüllt, sondern mit Spitzenergebnissen die Erwartungen deutlich übertroffen“, erklärte Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz. Jetzt gelte es, dieses Engagement konsequent anzuerkennen und den Standort nachhaltig zu sichern.

Thomas Aehlig, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats und Betriebsratsvorsitzender der Gläsernen Manufaktur erklärte, der Vertragsbruch sei ein Schlag ins Gesicht aller VW-Beschäftigten in Sachsen. „Die Empörung und die Wut in der Belegschaft sind groß. Wir werden den VW-Managern sehr deutlich machen, dass wir so nicht mit uns umgehen lassen.“