Wann kriegen endlich alle Leipziger schnelles Internet, Herr Digital-Bürgermeister?
Wir schreiben das Jahr 2025. Künstliche Intelligenz, Smartcities und das Metaverse bestimmen den öffentlichen Diskurs. Alles uninteressant, wenn in Leipzig Volkmarsdorf das Internet mal wieder ausfällt. Und das ist nicht nur nervig, sondern auch ungerecht. Denn: Homeoffice oder Online-Behördengänge sind längst Alltag für viele Deutsche.
100.000. Anschluss geht ans Netz
Diese Woche wurde immerhin der 100.000ste Glasfaseranschluss in Leipzig-Mockau installiert. Laut Wirtschaftsbürgermeister Schülke ein Grund zu feiern. Flächendeckend ist der Ausbau bei knapp 360.000 Haushalten aber noch lange nicht. Zwar soll sich bis 2030 die Anzahl der Anschlüsse in Leipzig verdoppelt haben, aber auch hier gibt es noch einige Lücken in der Rechnung.
Schülke erklärt das schleppende Tempo beim Ausbau so: „In Leipzig wurde früh, flächendeckend in Kupferkabelnetze investiert.“ Heute zahlt man dafür den Preis: Die veralteten Strukturen müssen jetzt Stück für Stück ersetzt werden.
Land ohne Leitung
Wer dann auch noch in ländlichen Gegenden lebt, muss zusätzlich noch mehr Geduld mitbringen. Denn wo der wirtschaftliche Anreiz fehlt, muss der Staat zur Hilfe kommen. Und um überhaupt ernst genommen zu werden, muss man sich als Bewohner am besten selbstständig um einen Auftrag zum Ausbau bemühen.
Bürokratie statt Megabits
Doch Genehmigungsverfahren würden schleppend verlaufen und die Gesetzgebung verlahme Vergabeprozesse, sagte uns Axel Wenzke, Konzernbevollmächtgter der Telekom. Was es braucht, um dieses Problem zu lösen, ist für ihn auch klar: „Gesetzgebung, die Genehmigungsverfahren und verkehrsrechtliche Anordnung beschleunigen wäre ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung.“
Natürlich, es tut sich was. Die Stadt Leipzig kündigt regelmäßig neue Ausbaustufen an, die Telekom und andere Anbieter graben fleißig. Aber der Fortschritt? Der bleibt, wie das Glasfasernetz, ausbaufähig. Und wer zur Miete wohnt, hängt oft von der Gnade der Hausverwaltung ab – die meist lieber neue Briefkästen montiert, statt Glasfaser zu verlegen.
Stellt sich also die Frage: Wann kriegen wirklich alle Leipziger schnelles Internet? Und nicht nur die, die im richtigen Viertel wohnen. Denn digitale Teilhabe sollte schließlich keine Frage der Postleitzahl sein.