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Erstmals Streik bei der Messe Leipzig - für monatlich 650 Euro mehr Lohn

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Verdi hat die Beschäftigten der Leipziger Messe heute zum Warnstreik aufgerufen. Um 9 Uhr gab’s eine erste Kundgebung an der Messe-Allee, für 17 Uhr ist eine weitere bei der Kongresshalle am Zoo geplant.

Hintergrund seien zwei Mal gescheiterte Verhandlungen zum Tarifvertrag. Laut Gewerkschaft hätten die Arbeitgeber kein akzeptables Angebot vorgelegt. Ein anschließend von der Tarifkommission vorgeschlagenes Kompromissangebot sei zurückgewiesen worden.

„Mit dem Warnstreik unterstreichen die Kolleg*innen die Ernsthaftigkeit der Forderungen“, so Lena Kirschenmann, zuständige Gewerkschaftssekretärin. „Die Angestellten haben gemeinsam die Messe durch die Corona-Krise gebracht und nun einen Umsatzrekord erzielt. Die Geschäftsführer haben ihre eigenen Bezüge bereits deutlich erhöht.“ Nun müssten sie auch an die gestiegenen Lebenshaltungskosten der Beschäftigten denken.

Verdi fordert für die Messe-Angestellten unter anderem 650 Euro mehr Lohn rückwirkend ab 1. Juli und Urlaubsgeld in Höhe eines Monatsgehalts. Das entspreche im Schnitt rund 20 Prozent und in etwa der Inflation der letzten drei Jahre, in denen es keine Lohnerhöhung gegeben habe, so Kirschenmann. Die nächste Verhandlungsrunde sei am 3. September.

Audio:

Interview mit Gewerkschaftssekretärin Lena Kirschenmann zum Warnstreik bei der Messe Leipzig:
Stimmen von Mitarbeitern (knapp 400) der Messe Leipzig zum Warnstreik am Dienstag: