- Das Gasometer Leipzig hat auch heute noch viele Fenster - doch warum eigentlich?
Warum Fenster im Gasometer Leipzig Leben gerettet haben
Ein U-Boot braucht keinen Balkon, ein Maulwurf keine Sonnenbrille – und ein gigantischer Gastank eigentlich keine Fenster. Dennoch besitzt das Leipziger Gasometer unzählige Glaselemente. Der Grund dafür liegt in einer gefährlichen Präzisionsarbeit im Inneren des Bauwerks.
Rein technisch gesehen ist die Sache nämlich eindeutig. Gästeführer Markku Weber bringt es auf den Punkt: „Also der Gasspeicher als solcher braucht keine Fenster, das ist erstmal klar.“ Warum also der Aufwand? Im Inneren der Konstruktion bewegten sich tonnenschwere Eisenringe. Diese riesigen Segmente mussten absolut dicht schließen, da entweichendes, explosives Gas für die Arbeiter lebensgefährlich war. Ob die Bauteile richtig ineinander saßen, ließ sich nur bei perfekter Sicht kontrollieren.
„Das hat man bei Tageslicht gemacht und um eben das richtig kontrollieren zu können, gab es die Fenster, damit ich alles schön beleuchtet habe“, erklärt Markku Weber. Wenn die Segmente doch einmal klemmten, rückten die Arbeiter mit langen Brechstangen an, um die Metallmassen wieder zurechtzurücken. Bei dieser extrem harten Handarbeit war Tageslicht unentbehrlich – denn wo explosives Gas lag und tonnenschwere Eisenmassen bewegt wurden, entschied eine gute Ausleuchtung im Zweifel über Leben und Tod.
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