- Ein Bild vom Rasen: die historische Holztribüne.
- Das Monument wurde 1922 fertiggestellt.
- Über das Ausgangsmaterial wird viel gerätselt, doch es soll vermutlich Eiche gewesen sein.
Warum Leipzigs Holztribüne ein weltweites Unikat ist
Wer das Stadion von Lokomotive Leipzig betritt, spürt sofort, dass dies kein gewöhnlicher Ort ist. Vor allem nicht für Vereinsmitglieder wie André Göhre, für den das Bauwerk weit mehr als nur eine Sitzgelegenheit ist: „Das ist wie nach Hause kommen, wie meiner Heimat“, schwärmt er. Doch was macht die rund 100 Meter lange Konstruktion, die vermutlich aus Eichenholz besteht, so besonders?
Ein Weltrekord mit rustikalem Charme
Während moderne Arenen oft steril wirken, bietet Leipzig ein echtes Stück Fußballhistorie. Göhre, der auch die Stadionführungen macht, bringt das absolute Alleinstellungsmerkmal auf den Punkt: Es handelt sich um „die älteste Holztribüne in einem Fußballstadion weltweit“, wenn man die enorme Größe und die heutige Zuschauerkapazität von 1190 Plätzen betrachtet. Wer hier steht, der „atmet die Geschichte“.
Das Leipziger Pendant zum Eiffelturm
Dabei war das Monument, das am 8. August 1922 eröffnet wurde, eigentlich nie für die Ewigkeit gedacht. Weil nach den ursprünglichen Neubauplänen im Jahr 1933 jedoch die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde der geplante Massivbau verworfen. Gröhe zieht deshalb gern einen prominenten Vergleich zum Pariser Wahrzeichen und nennt die Tribüne augenzwinkernd das „zweitälteste Provisorium der Welt“.
Eine Schatztruhe unter den Sitzbänken
Dass die Tribüne eine echte Zeitkapsel ist, zeigte sich Anfang der 2000er Jahre. Da die vorderen Sitzbänke früher nach unten hin offen waren, fielen jahrzehntelang Gegenstände hindurch. Als ein Historiker den versiegelten Bereich unter der Tribüne öffnete, fand er unglaubliche 2500 historische Objekte. Das absolute Highlight darunter: Die originale Einladung des DFB an den Spieler Camillo Ugi für die Olympischen Spiele 1912 in Stockholm.
Die Seele von Lok Leipzig und ein persönlicher Rückzugsort
Für den Verein ist das Bauwerk ein starkes Markenzeichen. Es prägt nicht nur das Logo, sondern ist laut Göhre der absolute „Mittelpunkt vom ganzen Verein“. Ohne die Tribüne, so glaubt er, würde es den Club in dieser Form vielleicht gar nicht geben.
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