++ EIL ++

Wegen Ukraine-Krieg wird jetzt beim S-Bahn-Netz in und um Leipzig gekürzt

Zuletzt aktualisiert:

Jetzt kommen die Energie-Preissteigerungen infolge des Krieges in der Ukraine auch bei den mitteldeutschen S-Bahnen an: Vor allem deswegen sollen in den nächsten zwei Jahren Linien zusammengelegt, ihre Taktung vergrößert oder komplett aus dem Fahrplan genommen werden!

Nahverkehr-Verbands-Chef spricht Klartext

Der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) habe derzeit ein finanzielles Problem, erklärte am Dienstag Geschäftsführer Bernd Irrgang: „Die Ursache ist die Kostenexplosion. Infolge des russischen Angriffskrieges sind die Preise explodiert.“ Das sei nicht nur eine Entwicklung. „Wir hatten sonst Steigerungen von zwei bis drei Prozent im Jahr. Wir hatten kurzeitig bei Energie bis 1000 Prozent, sind jetzt immer noch bei plus 200 Prozent“, so Irrgang.

Auch die Löhne seien dementsprechend stark gestiegen. Irrgang: „Dadurch kriegen wir Preise, die vor fünf Jahren so noch nicht kalkulierbar waren.“ Und da im Eisenbahngeschäft alles sehr langwierig geplant wird, kommt die Entwicklung jetzt erst konkret auf den Strecken an. Zwar habe es einen Zuwachs an sogenannten Regionalisierungsmitteln gegeben, also Geld was dem Verband für die Streckenbestellung von Bund und Freistaat zur Verfügung gestellt wird. „Doch die können diese Mehrkosten nicht vollständig kompensieren“, erklärt Irrgang.

Man habe auch keine Mehreinnahmen durch das gestiegene Fahrgastaufkommen generieren können. Durch das Deutschland-Ticket seien die Erlöse gedeckelt und man könne deshalb durch Fahrpreis-Erhöhungen kaum Mehreinnahmen erzeugen. Irrgang: „Wir haben auf diesem Weg deshalb keine Chance, zusätzliche Gelder zu generieren.“

Nordsachsens Landrat und ZVNL-Verbandsvorsitzender Kai Emanuel bringt die Zahlen auf dem Punkt: Seit dem Start des Leipziger S-Bahn-Tunnels 2014 seien die Kosten für einen Zugkilometer um etwa 250 Prozent  gestiegen. Die Einnahmen (Regionalisierungsmittel) seien in der Zeit zwar stark, doch nicht annähern ausreichend stark gestiegen, so Emanuel. „So dass wir jetzt wirklich schauen müssen, welche Verkehre können wir bestellen und welche nicht mehr.“

Bei diesen Verbindungen soll gespart werden

Ab 2026 sollen vor allem in Randbereichen des mitteldeutschen S-Bahnnetzes einige Fahrten wegfallen. Gekürzt werde auch bei Fahrten in den Abendstunden, die nicht so stark genutzt würden. Komplett entfallen werde wegen der hohen Kosten die S10. Außerdem werde, um Geld zu sparen, die Linie S2 kommendes Jahr (2026) ebenfalls eingekürzt.