Klimaaktivisten demonstrieren erneut in Leipzig
Nach der Blockade des Flughafens Leipzig/Halle am Wochenende wollen Klimaaktivistinnen und -aktivisten erneut gegen die Ausbaupläne des Airports und das Vorgehen der Polizei demonstrieren. Geplant sei eine Demonstration am Freitagnachmittag, teilte die Gruppe am Mittwoch mit. Im Aufruf hieß es, dass es bei der Protestaktion auch darum gehe, Solidarität zu zeigen mit den Klimaaktivisten, die „von überzogener Repression“ betroffen seien.
In der Nacht zu Samstag hatten 54 Aktivisten der Initiative „CancelLEJ“ die Zufahrt zum Logistikzentrum von DHL blockiert. Sie fordern nach eigenen Angaben einen Ausbaustopp des Frachtflughafens, ein Nachtflugverbot und eine Verkehrswende. 52 verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam und kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf.
Die Polizei habe ungeprüft Meldungen der DHL übernommen, wonach durch die Aktion ein Schaden in Höhe von 1,5 Millionen Euro entstanden sei und Impftransporte behindert worden seien, kritisierte Paula Vogel von „CancelLEJ“ bei einer Pressekonferenz. Das habe die DHL inzwischen selbst schon widerlegt. „Es wird das Bild verbreitet, dass die Blockade eine gefährliche Aktion gewesen sei“, sagte Vogel.
Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme von der Linksfraktion warf der Polizei vor, dass sie bewusst Stimmung gegen die Aktivisten schüre - „sowohl beim Thema Impfstoff, dem Millionenschaden und auch bei der vor Ort genehmigten Demonstration“, hieß es in einer Pressemitteilung. Er stellte eine kleine Anfrage an die sächsische Regierung, in der es unter anderem um die Behandlung der Aktivisten durch die Polizei ging. Aktivistinnen und Aktivisten hatten berichtet, dass sie kaum Nahrung bekommen und Decken zum Schlafen gefehlt hätten. Polizisten hätten sie außerdem beleidigt.
Ein Sprecher der DHL sagte auf Anfrage, dass das Unternehmen zur Zeit noch daran arbeite, den Schaden genau zu beziffern. Bei den zunächst genannten 1,5 Millionen Euro habe es sich um eine erste Schätzung gehandelt. „Bei den Lieferungen in der Nacht waren Impfstofflieferungen dabei, aber es sind keine Verzögerungen durch die Blockade entstanden“, sagte er.
Auch die Polizei wehrte sich gegen die Vorwürfe. „Wir mussten schon lange nicht mehr so viele Menschen ohne Vorbereitung in Gewahrsam nehmen“, sagte ein Polizeisprecher. Deshalb sei es am Anfang zu Verzögerung beim Ablauf gekommen, grundsätzlich seien aber alle versorgt worden.