Weitere Insolvenz bei Unister - Landgericht bündelt Anklagen
Nach der Insolvenz der Holding des Leipziger Internetunternehmens Unister ist eine weitere Tochter insolvent. Auch für die Unister Travel Betriebsgesellschaft sei inzwischen ein entsprechender Antrag eingereicht worden, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Dieser Fall ist deswegen bedeutend, da die Gesellschaft quasi die Muttergesellschaft aller Reisesportale wie zum Beispiel ab in den Urlaub.de ist. Welche Folgen dieser Schritt für bereits gebuchte Reisen hat, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher. Insgesamt sind neben der Holding damit inzwischen vier Töchter von Unister insolvent. Das Landgericht Leipzig hat inzwischen zwei Anklagen gegen mehrere Manager der Leipziger Unister-Gruppe zu einem Verfahren gebündelt. Die Beschuldigten haben bis Ende August Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit. Es handele sich um Anklagen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden aus den Jahren 2013 und 2016. Ab wann gegen die verbliebenen drei Angeklagten verhandelt wird, ist offen. Der vierte Angeklagte war Firmengründer Thomas Wagner, der vergangene Woche bei einem Flugzeugabsturz starb. Unister meldete am Montag Insolvenz an. Im einzelnen geht es um den Vorwurf des unerlaubten Betreibens von Versicherungsgeschäften sowie Steuerhinterziehung. Eine weitere Anklage liegt wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs in 87.368 Fällen vor. Nach Angaben der Geralstaatsanwaltschaft sollen Kunden der Internetportale regelmäßig zu viel Geld bei Reisebuchungen gezahlt haben. Unister habe etwa mit Fluggesellschaften nach dem Eingang von Kundenbuchungen teils deutlich günstigere Preise ausgehandelt, diese Rabatte aber nicht an die Kunden weitergegeben. Unister hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.