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Bleibt die Prager Straße wegen denkmalgeschützter Hecke doch nicht vierspurig?

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Der seit Montag laufende Ausbau der Prager Straße war am Mittwochabend erneut Thema im Stadtrat. Im November hatte der beschlossen, dass die Vierspurigkeit am Völkerschlachtdenmal erhalten bleiben müsse. Doch das könnte nun unter anderem an einer Hecke scheitern. Denn dem Bauvorhaben geht in der Breite der Platz aus.

Das Problem mit der Hecke

Nachdem der Stadtrat die Verwaltung beauftragt hatte, beim Ausbau die Autospuren nicht wie geplant von 4 auf 2 zu reduzieren, habe man in den letzten Monaten nach Lösungen gesucht, erklärte Baubürgermeister Thomas Dienberg. Als gängiste Variante war eine leichte Versetzung der Hecke am Hang des Hügels vom Völkerschlachtdenkmal sowie die Versetzung der Friedhofsmauer ins Spiel gebracht worden.

Allerdings hätte die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Leipzig beides abgelehnt. „Das habe ich erst vorgestern erfahren“, so Dienberg. Einige Räte warfen ihm darauf vor, den Stadtratsbeschluss bewusst zu boykottieren. Schließlich könne OB Burkhard Jung Einfluss auf seine Behörde nehmen. „Nein, kann ich nicht. SIe arbeitet selbstständig“, erklärte Jung daraufhin.

Dienberg wies die Vorwürfe schließlich entschieden zurück: „Wir haben mit dem Beschluss des Stadtrates einen Auftrag bekommen und den werden wir auch umsetzen“, beteuerte er. Wie blieb am Mittwoch vorerst offen.

Das sagt die Bürgerinitiative Prager Straße dazu

„Bürgern und Stadträten wurde bei der Ratsversammlung die erwartete Mogelpackung zum Thema Prager Straße präsentiert“, erklärt ein Sprecher der Bürgerinitiative Prager Straße. Davor würde man seit Monaten warnen. „Es sind leere Worte, dass die Vierspurigkeit umgesetzt werden soll.“ Stadtauswärts habe nun die Denkmalbehörte kein grünes Licht gegeben, die Verkehrsbehörde werde dann „in ein paar Monaten ihren Teil beisteuern“.

Die Stadt wisse angeblich nicht mal, ob sie „gegen den negativen Bescheid zum Versetzen der Hecke am Völkerschlachtdenkmal und der Friedhofsmauer einen Widerspruch einlegen kann.“ Genau das fordere man nun. Grundsätzlich gehe es aber nicht nur darum. Man habe als Bürgerinitiative einen Weg zur Machbarkeit aufgezeit. „Dafür ist ein (!) überfahrbares Gleis notwendig.“ Der Vorschlag sei aber in den letzten Monaten vom Tiefbauamt noch nicht mal kommentiert worden. „Der angebliche Diskurs mit uns Bürgern hat nicht stattgefunden.“

Außerdem ärgere man sich über die aktuelle Verkehrssituation nach der Sperrung seit Montag: „Wir halten die Vollsperrung der Prager Straße für unzumutbar - dies zeigt wie wenig Gedanken sich bestimmte Personen über das reale Geschehen machen.“