Zahl der Wohnungslosen in Leipzig hat sich in zwei Jahren fast verdoppelt
Erschreckend: In Leipzig hat sich die Zahl der Wohnungslosen in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt. „2022 hatten wir noch 552 Menschen, die wohnungslos gemeldet waren und im Jahr 2024 waren es bereits 944 Menschen“, sagte uns Franz Müller, Leiter der städtischen Abteilung „Soziale Wohnhilfen“.
Auch jetzt seien bereits alle Unterbringungen ausgelastet. Es würden aber permanent „Winterbetten“ aufgestockt, um niemanden abweisen zu müssen. Und Menschen, die nachts nicht drin schlafen wollen, werde trotzdem geholfen. „Jährlich gibt die Stadt 185 Schlafsäcke und 110 Rucksäcke an Obdachlose aus“, so Müller weiter.
Ganz unterschiedliche Schicksale
In Leipzig gebe es Orte, die besonders stark von Obdachlosen frequentiert werden. Nicole Arnold, Leiterin der städtischen Notunterkunft: „Besondere Schwerpunkte sind der Hauptbahnhof, der Lindenauer Markt und der Köhlerplatz in Leipzig.“ Eine wichtiger Grund dafür sei, dass sich dort auch Drogenumschlagplätze befänden. „Die Schicksale der Wohnungslosen sind generell sehr vielfältig.“ Oft kämen sie ursprünglich aus gesicherten Verhältnissen. „Dann gibt es einen Bruch, der zur Obdachlosigkeit führt.“ Da seien dann manchmal sogar Professoren dabei, die plötzlich auf der Straße leben.